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7. Sinofniekonzert Philharmonisches Orchester Trier Jochem Hochstenberg

Sinfoniekonzert : Warum St. Maximin fürs Bruckner-Konzert so gut passt

Das Philharmonische Orchester Trier gibt sein 7. Sinfoniekonzert nicht wie sonst im Großen Haus des Theaters. Anton Bruckners 8. Sinfonie erklingt in der ehemaligen Abteikirche St. Maximin.

„Haben Sie die Partitur“, fragt Jochem Hochstenbach. Und der Trierer Generalmusikdirektor schiebt noch eine Frage nach „Haben Sie auch die richtige Fassung?“  Diese Frage ist bei Bruckner keine Leerformel. Denn der Meister von St. Florian misstraute seinen eigenen kompositorischen  Fähigkeiten zutiefst. Und wurde damit rasch zum Opfer wohlmeinender Freunde. Die hatten von Bruckners Genie keine Ahnung und stürzten den Komponisten mit gut gemeinten Vorschlägen von einer Depression in die nächste. Zum Unglück nahm Bruckner die Vorschläge ernst und betrieb an seinen Sinfonien, was man heute mit „verschlimmbessern“ umschreibt. Das brachte dann  später die musikwissenschaftlichen Herausgeber in einige Schwierigkeiten. Denn, bitte, welche Version ist denn nun der echte, der wirkliche Bruckner?

Von der 8. Sinfonie, die im 7. Sinfoniekonzert am Donnerstag, 26. Mai, in St. Maximin erklingt, hat sich die zweite Fassung von 1890 im Konzertleben durchgesetzt. Der Komponist hatte die Partitur zunächst Hermann Levi, Wagners „Parsifal“-Dirigenten, zugeschickt. Der allerdings hielt von dem Werk nicht viel und löste mit seinem Urteil bei Bruckner die nächste Depression aus. Glücklicherweise hielt die Missstimmung nicht lange an und Bruckner setzte sich an die Umarbeitung. Deren Ergebnis war die 1890er Version.

Für die Aufführung am Donnerstag hat sich Generalmusikdirektor (GMD) Hochstenbach für St. Maximin entschieden. Zu Recht! Für Bruckners Achte ist die ehemalige Abteikirche der ideale Raum. Gerade darin kann sich der typisch Brucknersche Orchesterklang entfalten. Der ist nicht immer laut, wohl aber groß und schwer. Und die vier sogenannten Wagner-Tuben im Orchester vertiefen noch die Wucht und Würde von Bruckners musikalischer Erfindung. Für Bruckner jedenfalls war die Achte nach längerer Durststrecke ein enormer Erfolg. Die Uraufführung am 18. Dezember 1892 in Wien wurde für den Komponisten zu einem beispiellosen Triumph.

7. Sinfoniekonzert am Donnerstag, 26. Mai, um 20 Uhr in St. Maximin. Philharmonisches Orchester Trier, Leitung GMD Jochem Hochstenbach.

Karten gibt es online auf www.theater-trier.de, unter der Mailadresse theaterkasse@trier.de sowie unter Telefon 0651/ 718-1818.