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800 Taler und drei Fuder Wein: Enkirch feiert historische Orgel

800 Taler und drei Fuder Wein: Enkirch feiert historische Orgel

Allein in Trier hat es sieben Stumm-Orgeln gegeben und moselabwärts fand man sie auch vielerorts. In Enkirch (Verbandsgemeinde Traben-Trarbach) wird am Samstag der 250. Geburtstag des Instruments in der evangelischen Kirche gefeiert.

Enkirch. Für den 17. Mai 1761 wurde in Enkirch ein Gedicht verfasst, das mit folgenden Worten beginnt: "Ohren höret doch! Hört die Töne - welche niemal noch so schöne - dieses Heiligtum erfüllt." Anlass war die Einweihung der neuen Orgel in der evangelischen Kirche, eines großen Instruments mit 28 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Erbaut worden war sie von den Gebrüdern Johann Philipp und Johann Heinrich Stumm aus Sulzbach im Hunsrück. Die Orgelbauerfamilie lieferte von 1722 an fast 200 Jahre lang Orgeln zwischen Köln und Saarbrücken, Luxemburg und dem Odenwald. Insgesamt sechs Generationen hielten die Dynastie aufrecht und schufen 370 Instrumente. Von welch gediegener Qualität die Orgeln waren, belegt die Tatsache, dass bis heute rund 140 Instrumente ganz oder teilweise erhalten sind.
Die Enkircher mussten einen stolzen Preis für ihr Instrument bezahlen. 800 Reichstaler waren fällig sowie zwei Fuder Wein, aus denen später sogar drei wurden, weil der Jahrgang 1755 von zu schlechter Qualität war. Außerdem musste die Kirche vergrößert werden: In einem Anbau über dem Eingang an der Nordseite, dem sogenannten Balghaus, brachten die Brüder Stumm Blasebälge für ihre Orgel unter.
Am Samstag, 3. September, wird um 18 Uhr in Enkirch das 250-jährige Bestehen der Orgel mit einem Konzert gefeiert. Das Organistenehepaar Iris und Carsten Lenz aus Wiesbaden gestaltet einen Abend unter dem Titel "Die heitere Orgel mit vier Händen und vier Füßen". Dank Videotechnik wird man das Duo nicht nur hören, sondern per Leinwand auch sehen können. Der Eintritt ist frei. gkl