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99 Stunden für 99 Sekunden

Viel Kaffee, wenig Schlaf: In gut vier Tagen hat Martin Thul (vorne) zusammen mit (von links) Lisa Nemesheimer, Wolfgang Stegmann, Isabella Ruf und Saskia Hohmann seinen Kurzfilm gedreht. Mit dabei waren auch A. Maria Jagemann und Mathias Wrona (nicht im Bild). Foto: privat
Viel Kaffee, wenig Schlaf: In gut vier Tagen hat Martin Thul (vorne) zusammen mit (von links) Lisa Nemesheimer, Wolfgang Stegmann, Isabella Ruf und Saskia Hohmann seinen Kurzfilm gedreht. Mit dabei waren auch A. Maria Jagemann und Mathias Wrona (nicht im Bild). Foto: privat
Trier. 99 Stunden Zeit, um eine Idee in einen Kurzfilm zu verpacken: Fast 7000 Hobbyfilmer haben sich in diesem Jahr für einen Wettbewerb angemeldet, der genau das zum Ziel hat. Einer von ihnen ist der Trierer Student Martin Thul. Anna Michels

Trier. Der Herausforderung, einen Kurzfilm für den 99-Fire-Films-Award 2014 zu drehen, hat sich auch der Trierer Student Martin Thul gemeinsam mit seinem Team gestellt. Im Gespräch mit TV-Mitarbeiterin Anna Michels erzählt er, wie aus den Ideen ein Kurzfilm entsteht.
Wie sind Sie auf den Wettbewerb aufmerksam geworden?
Martin Thul: Ich studiere zurzeit intermediales Design an der Hochschule Trier. Ein Mitstudent las im Internet etwas über den Wettbewerb und fragte mich und ein paar andere Leute, ob wir nicht Lust hätten, da mitzumachen. Es war eine spontane Idee und für uns die erste Teilnahme an einem solchen Wettbewerb.
Jeder, der Spaß am Filmen hat, war dazu aufgerufen, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Wie viel Erfahrung haben Sie mit dem Dreh von Filmen?
Thul: Ich selbst - und auch die meisten aus dem Team - haben keine professionelle Filmerfahrung, eher im Bereich Fotografie. Wir wollten den Wettbewerb als Lernprojekt sehen, um uns auszuprobieren, und als Möglichkeit, uns mit dem Dreh einen Filmes auseinanderzusetzen. Natürlich stand auch der Spaß im Vordergrund.
Wie lautete in diesem Jahr das Thema des Wettbewerbs?
Thul: Es lautete: "Die bewegendste Geschichte schreibt das Leben" - also ein Thema, das sehr vielfältige Ansätze für einen Film zulässt. Die einzigen Vorgaben waren - neben einigen technischen Anforderungen - , dass die Länge von 99 Sekunden eingehalten wird und das Internet in irgendeiner Form im Film vorkommt.
Dann lief der Countdown. Ab der Bekanntgabe des Themas hatten Sie 99 Stunden Zeit, das sind etwas mehr als vier Tage, einen 99-sekündigen Film zu drehen. Wie sind Sie vorgegangen? Woher kamen die Ideen für den Film?
Thul: Wichtig war uns, flexibel zu sein und nichts zu überhasten. Als das Thema bekanntgegeben wurde, haben wir uns zunächst überlegt, was das Thema für uns aussagt. 99 Sekunden sind nicht lang. Da muss man die Kernaussage, die man vermitteln möchte, griffig packen. Wir haben jeden Tag bis zu sechs Stunden gefilmt. Wenn wir eine Szene gedreht hatten, haben wir sie uns angeschaut und überlegt, ob sie so gut ist, oder ob wir sie anders noch besser machen könnten. So sind auch neue Ideen in den Film eingeflossen.
Worum geht es in Ihrem Film?
Thul: Unser Filmthema ist "Aufbruchsstimmung". Der Film erzählt von einem Jugendlichen, dessen Leben sich nur im Internet, in Facebook und anderen sozialen Netzwerken, abspielt. Irgendwann stößt er auf ein Zitat, das ihm zeigt, dass es so nicht weitergehen kann und er etwas verändern muss. Wir wollen mit unserem Film deutlich machen, dass auch eine kleine Sache, zu der man sich aufrafft, etwas im Leben bewegen und neue Erfahrungen mit sich bringen kann.
Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Thul: Ja, auf jeden Fall. Dafür, dass es unser erstes Projekt dieser Art war, definitiv. Wir haben auch schon viele positive Rückmeldungen von Freunden und Bekannten bekommen. Jetzt fiebern wir natürlich der Entscheidung der Jury entgegen.Film


Go from Isabella Ruf on Vimeo .

Extra

Der Wettbewerb richtet sich an alle Filminteressierten. Die Teilnehmer erhalten an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit ein Thema, das sie innerhalb von 99 Stunden in einen 99-sekündigen Film umsetzen müssen (Vor- und Abspann ausgenommen). Nach Ablauf der Zeit entscheidet eine Jury über die neun besten Kurzfilme, deren Produzenten am 13. Februar nach Berlin eingeladen werden. Der Hauptpreis ist mit 9999 Euro dotiert. Angemeldet haben sich in diesem Jahr 6983 Teilnehmer, eingeschickt worden sind aber nur 2000 Filme. mich Mehr zum Wettbewerb im Internet auf www.99fire-films.de