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Abba lebt! - Show in Trier erinnert an die Hits der vier Schweden

Abba lebt! - Show in Trier erinnert an die Hits der vier Schweden

Aufgelöst hat sich die schwedische Gruppe Abba nie offiziell. Aber da sie eine inzwischen 34-jährige "Pause" eingelegt hat, bleiben den Fans nur die alten Platten. Oder eine aktuelle Show. Die war am Samstag in Trier zu erleben.

 Saxofonist Ulf Andersson hat früher mit Abba zusammengearbeitet.
Saxofonist Ulf Andersson hat früher mit Abba zusammengearbeitet. Foto: Daniel John (daj) ("TV-Upload John"

Trier. Als Napoleon bei der verlorenen Schlacht sein Waterloo erlebte, wurde er wenig später in die Verbannung geschickt. Für vier Schweden jedoch war der gleichnamige Titel der große Durchbruch: Mit ihrem Sieg beim Wettbewerb Grand Prix Eurovision de la Chanson legte Abba 1974 den Grundstein für ihre internationale Karriere. Und obwohl die Gruppe schon 1982 eine bis heute andauernde "Pause" einlegte, erfreut sie sich bis heute großer Popularität.

Knapp 2000 Besucher sind am Samstag in die Trierer Arena gekommen, um bei "Abba - The Show" die größten Hits der Band zu hören - einige aus nostalgischer Erinnerung an die Jugendzeit, andere aber waren damals noch gar nicht geboren.

Die beiden Macherinnen der Show sind Katja Nord und Camilla Dahlin, die auch selbst als Agnetha und Anni-Frid auf der Bühne stehen. Sie waren schon als Mädchen Abba-Fans und singen nun die Songs ihrer großen Vorbilder, verstärkt nicht nur durch Benny- und Björn-Doubles, sondern auch durch eine Begleitband. Die blonde Camilla und die brünette Katja, die glitzernden Kostüme - optisch macht das alles schon mal einen guten Eindruck. Und musikalisch? "Fast so gut wie wir", finden Claudia Steinmetz und ihre "Deibach-Queens" vom Igeler Carnevals-Verein. Dort sind sie in dieser Session nämlich selbst als Abba aufgetreten. Und damit die silbernen Schuhe, die goldblonden Perücken und die knallblauen Anzüge nicht im Schrank verstauben, haben sie diese natürlich auch zum Konzert angezogen und machen den Künstlern auf der Arena-Bühne damit mächtig Konkurrenz.

Ansonsten aber - und fällt es auch noch so schwer, das an solch einem Abend auszublenden - sollte man nicht zu sehr vergleichen. Denn das kann eigentlich nicht gutgehen: Eine Kopie kann gut oder schlecht gemacht sein, sie kann eng ans Vorbild angelehnt sein oder sich künstlerische Freiheiten erlauben, ja sie kann sogar besser sein als das Original - letztlich bleibt es eine Kopie.

Dass das Publikum dennoch seine Freude hat, liegt also zum einen an den unverwüstlichen Hits, zum anderen an der gut in Szene gesetzten Show. Und ein bisschen Original gibt es dann ja auch noch: Der Saxofonist Ulf Andersson hat seinerzeit mit Abba "I do, I do, I do, I do" aufgenommen und ist jetzt mit auf Tournee.
Die Titel des Abends aufzuzählen, das erübrigt sich eigentlich bei einer Band, die schätzungsweise weit mehr als 300 Millionen Tonträger verkauft hat. Die Melodien - von "Fernando" bis "Dancing Queen" - sind so tief im kollektiven Gedächtnis verankert, dass sie geradezu musikalisches Allgemeingut geworden sind.

Gegen halb elf stimmt die Band dann das "Te Deum" an - besser bekannt als Eurovisions-Fanfare. Und dann endet der Abend so, wie Abbas Karriere begann: mit "Waterloo". Das heißt, ganz ist er noch nicht zu Ende, denn als Zugabe gibt es dann noch - gemeinsam mit dem Publikum gesungen - "Thank You for the Music". Es ist ein Dank für das musikalische Erbe der Band - und auch ein Dank dafür, dass es diese Kopie gibt. Immerhin.