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Abstrakt, konkret, poetisch und frech

Abstrakt, konkret, poetisch und frech

Ihre jüngsten Künstler stellen die éditions trèves in ihrer Jahresausstellung in der Tufa vor. Das künstlerische Spektrum der interessanten Schau reicht von Zeichnung, Malerei und Fotografie bis hin zur Bildhauerei.

Trier. Seit bald 40 Jahren leisten die éditions Trèves einen verdienstvollen Beitrag zum kulturellen Geschehen in der Region. Der kleine, aber feine Verlag öffnet die Fenster auf die regionale Kunstszene, gibt Künstlern der Großregion eine Plattform, hält Bewährtes lebendig und stellt Neues zur Diskussion.
Auch die aktuelle Jahresausstellung in der Tufa ist einer Tradition verpflichtet, die nur weitergeführt und am Leben gehalten werden kann, wenn sie regelmäßig kraftvolle Impulse erhält. "Wir sind ständig auf der Suche nach Neuem", bestätigt Verlagschef Rainer Breuer.
Dabei kommt dem umtriebigen Verleger nicht selten der Zufall zur Hilfe. "Ich sehe manchmal etwas und denke, das könnte zu uns passen", berichtet Breuer.
Sechs Künstler, die erst seit kurzem Mitglieder der éditions trèves sind, stellt die Schau mit Arbeiten der vergangenen Jahre vor. Die Mischung ist durchaus spannend. Bildhauerei trifft sich mit Fotografie. Abstrakte Malerei steht Figuration und gegenständlicher Darstellung gegenüber. Dass man miteinander kann und zudem die Künstler ins Programm passen, darauf wird bei den éditions trèves seit jeher geachtet.
Ausgesprochen schön ist die Schau eingerichtet. Im Zentrum stehen als intimes Kammerspiel die ausdrucksstarken und mit gekonntem Strich gezeichneten Mischtechniken der Luxemburger Künstlerin Rita Gierens. Frech und mit einem gehörigen Schuss Selbstironie kommt Hanna Tramperts gar nicht so "braves Mädchen" daher. Ganz neue malerische Horizonte hat sich die Künstlerin in ihrem poetischen Großformat "Unendlichkeit" erarbeitet.
Um Poesie geht es auch bei Ursula Dahm. Wasser ist Himmel und Himmel wird Wasser in der herrlich transparenten, himmelblauen Fotografie aus ihrer Serie zum Thema Wasser. Katharina Worring schafft einmal mehr aus vielfarbigen Rechtecken neue Bildwelten und lotet Farbgewichte und Tonwerte aus. Dagegen wirkt die opulente Farbwelt des Franzosen André Thil bisweilen etwas schwer verdaulich. Wie eine rote Linie durchziehen die bildhauerischen Arbeiten aus Stahl von Andreas Hamacher die Ausstellung. Wobei vor allem die kleinen Skulpturen überzeugen. Eine Ausstellung, die geradezu den kontroversen Dialog herausfordert.
Bis 20. Oktober dienstags, mittwochs und freitags 14-17 Uhr, donnerstags 17-20 Uhr, samstags und sonntags 11-18 Uhr,
Telefon 0651 /718 24 12. Im Internet unter www.tufa-trier.de