Ausstellung: Abstrakte Malerei aus dem Reich der Mitte

Ausstellung : Abstrakte Malerei aus dem Reich der Mitte

Die Stiftung Kunst in Weidingen zeigt Werke des chinesischen Malers Zhang Wei.

China ist derzeit „in“. Einen interessanten Maler aus dem Reich der Mitte zeigt jetzt auch die Stiftung Kunst in Weidingen in ihrer alljährlichen Sommerausstellung im Ensemble ihres Standorts in Weidingen bei Bitburg. Zhang Wei ist so etwas wie ein künstlerischer Dissident, der sich von Anfang an der staatlich verordneten offiziellen Bildsprache seines Landes verweigerte.

Der 1952 geborene Maler, der in Peking lebt und arbeitet, wo er auch geboren ist, gilt als Pionier der ab­strakten Kunst in China und als einer ihrer wichtigen Vertreter in der künstlerischen chinesischen Postmoderne. Gemeinsam mit Freunden gründete er bereits in den 70er Jahren in Peking die Yu Yuan Tan School of Painting, deren Mitglieder sich zum Malen der Natur in den Parks der Hauptstadt trafen.

Unter Zhang Weis Federführung schlossen sich elf Künstler daraus zur No Name Group zusammen, die an privaten Orten gleichsam als namenlose Gruppe im Untergrund, ihre widerständige Malerei ausstellte. Zu dieser Zeit hatte der junge Maler bereits einschlägige Erfahrungen mit dem Regime und dessen „Roten Garde“ während der Kulturrevolution gemacht. Das Haus seines Großvaters, eines wohlhabenden Kaufmanns, bei dem er aufgewachsen war, wurde zerstört, sein Vater kam ins Gefängnis, seine Großmutter wurde getötet. Er selbst landete in einer der berüchtigten „Erziehungsmaßnahmen“.

Zu einer entscheidenden Periode im Leben Zhang Weis wurde sein Aufenthalt in New York von 1986 bis 2005, wo der Künstler nicht nur wegweisende Maler der westlichen Gegenwartskunst traf, sondern auch sein Engagement für die Freiheit der Kunst fortsetzte. Zurück in Peking widmete er sich weiterhin der abstrakten Malerei und nahm erneut Bildkonzepte wie Assemblagen auf, mit denen er sich schon früher beschäftigt hatte.

In Zhang Weis ausdrucksstarken, hoch energetischen abstrakten Bildern verbinden sich Ost und West, traditionelle chinesische Malerei mit den modernen Bildsprachen und Ausdrucksformen des Westens. Für die Ausstellung in Weidingen hat Zhang Wei ein eigenes Werk geschaffen, das auf den Ort reagiert.

Die Stiftung Kunst in Weidingen wurde 2012 von dem Berliner Galeristen Max-Ulrich Hetzler und seiner Frau Sama Saouma-Hetzler gegründet. Stiftungszweck ist die Förderung zeitgenössischer Kunst. Als Beiprogramm zur traditionellen Sommerausstellung präsentiert die Stiftung zwei Konzerte sowie eine Buchvorstellung in der hauseigenen Bibliothek Günther Förg.

Die Ausstellung des chinesischen Künstlers Zhang Wei wird am heute um 17 Uhr eröffnet. Dort gibt der schwedische Saxofonist Mats Gustafsson ein Konzert. Zu sehen ist die Ausstellung bis 31. August, täglich von 16 bis 18 Uhr.

Winfried Bönig spielt ein Orgelkonzert am 25. August, 15 Uhr, in der Wallfahrtskirche St. Marien, Weidingen. Der Verleger Hans Werner Holzwarth stellt im Rahmen der Ausstellung zwei Monografien zu Zhang Wei und Günther Förg in der Bibliothek Günther Förg vor. Beginn ist am Sonntag, 28. Juli, um 11 Uhr. Mehr Infos gibt es im Internet unter www.kunst-in-weidingen.de

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