Abstraktion war schon immer sein Ding

Trier · Er ist untrennbar mit der Trierer Kunstszene verbunden. Zum 75. Geburtstag des Trierer Malers und Grafikers Horst Schmitt, der von 1998 bis 2009 Vorsitzender der örtlichen Gesellschaft für Bildende Kunst war, zeigt die Tufa eine Ausstellung mit Bildern der vergangenen zwei Jahre. Als Gast dabei ist Künstlerin Liane Deffert.

 Horst Schmitt und Liane Deffert in ihrer Tufa-Ausstellung vor einem Gemälde von Schmitt. Vorne rechts ein Objekt von Deffert. TV-Foto:Eva-Maria Reuther

Horst Schmitt und Liane Deffert in ihrer Tufa-Ausstellung vor einem Gemälde von Schmitt. Vorne rechts ein Objekt von Deffert. TV-Foto:Eva-Maria Reuther

Trier. Zum Geburtstag hatte er sich eine Ausstellung gewünscht. "Aber um Himmels willen keine Retrospektive" - Horst Schmitt lacht und hebt abwehrend die Hände. Auch zum Fünfundsiebzigsten ist für ihn Neues angesagt. Was sich als künstlerischer Ertrag der vergangenen beiden Jahre derzeit in der Trierer Tuchfabrik präsentiert, bestätigt, wie unverändert vital der Trierer Maler ist, und dass es mit dem Blick aufs Lebenswerk noch Zeit hat.
Gleichwohl ist der zunächst an Weihnachten bewusst abseits der Öffentlichkeit gefeierte Geburtstag des langjährigen Präsidenten der Trierer Gesellschaft für Bildende Kunst (GBK) ein Grund, das ein oder andere Revue passieren zu lassen. Zum Beispiel, dass Schmitt von Anfang an gern gemalt und gezeichnet hat. "In der Schule war ich eigentlich nur in Musik und Kunst richtig gut", erinnert er sich. Bei der Kunst ist er dann geblieben. Bevor er an der Trierer Fachhochschule ein Grafik- und Designstudium begann, hatte er bereits in München ganz solide das Malerhandwerk erlernt. Bis er hauptberuflich zum Künstler wurde, dauerte es allerdings noch bis zu seiner Pensionierung als Lehrer. Da hatte er aber bereits ein umfangreiches Werk geschaffen.
Auch wenn sie erst in jüngster Zeit entstanden sind: Wer sich die Gemälde in der Tufa anschaut, findet darin das permanente Schaffen des Künstlers verbildlicht. Schließlich ist Schmitt nicht nur ein ausdauernder, sondern auch ein konsequenter Maler. "Die Abstraktion war von jeher mein Ding." Und er stellt klar: "Botschaften wollen meine Bilder keine vermitteln" - schon daher rühre der Verzicht auf alles Gegenständliche. Was in seinen Bildern immer wieder ins Auge fällt, ist sein unermüdliches Ringen ums rechte Bild. Eigentlich sind alle seine Bilder Variationen zum großen Thema Komposition. Gleichwohl bleibt die Tufaschau - das macht sie besonders erhellend - mit ihren Gemälden und Collagen eher die Darstellung eines langen zielstrebigen Prozesses der Bildfindung als die Addition von Einzelbildern.
Als Gast hat sich Schmitt zur Geburtstagsschau die Trierer Künstlerin Liane Deffert mit ins Boot geholt. Die Objekte der studierten Kunsterzieherin, die ursprünglich Grafikerin werden wollte und über die Aktplastik zum plastischen und skulpturalen Arbeiten kam, korrespondieren hervorragend mit Schmitts Bildern. Defferts keramische Arbeiten, deren Material wie Stein anmutet, setzen sich allesamt mit dem Raum auseinander. Viele der interessanten Plastiken mit ihren Dreiecken, Rechtecken und Trapezen scheinen offene Programme, die darauf warten, vom Betrachter weitergedacht zu werden. Die Ausstellung ist zu sehen bis 2. Februar: Dienstag, Mittwoch und Freitag 14 bis 17 Uhr, Donnerstag 17 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr.

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