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Achim Weinzen: Trier – Das Beste

Reingehört Achim Weinzen: Trier – Das Beste : Eine Liebeserklärung und zwei Gesichter: Achim Weinzen präsentiert neue CD in Trier

Sein größtes musikalisches Vorbild sei Reinhard Mey, hat Achim Weinzen einmal auf die Frage eines Reporters unserer Zeitung geantwortet. Denn der habe es trotz aller Widerstände geschafft, sei dabei authentisch geblieben ist und stehe mit über 70 immer noch auf der Bühne. Von diesem Alter ist der Best Ager jenseits der 50 zwar noch einige Jahre entfernt.

Das mit dem Wiedererkennungswert, ohne sich selbst zu verleugnen, schafft der Liedermacher aus der Eifel aber dennoch gut.

Freilich könnte der Bekanntheitsgrad des Wahltrierers durchaus etwas größer werden. Davon träumt auch Horst Hültenschmidt, der mit seinem Label „GAM Galery Art of Musik“ Weinzens neue CD „Trier – Das Beste“ herausgebracht hat. Bei der Releaseparty im Kasino am Kornmarkt richtete er deshalb an den nicht anwesenden Oberbürgermeister der Stadt den Appell, die von Weinzen komponierte Hymne „Trier“ mehr und öffentlich zu würdigen.

Dieses Loblied auf die „so alte und doch so junge Stadt“ steht am Anfang und Ende der neuen CD. Poetisch vorgetragen in der Pianoversion – mit Band eingespielt in der Popversion als Schlusspunkt. Diese Variante liebe er derzeit etwas mehr, sagt Weinzen. Das liegt vermutlich auch daran, dass er die meisten Arrangements für die neue Scheibe mit den vier Bandmusikern eingespielt hat, die auch bei der Präsentation des Albums im Kasino ihr Können zeigten. Dass es dort für einige Zuhörer etwas zu laut war, liegt vielleicht auch daran, dass sie Freunde der eher leiseren Töne sind. So oder so lohnt es sich, auf die Texte des Liedermachers zu achten, die nicht selten auch von persönlichen Erlebnissen mit Liebe, Freundschaft und Tod erzählen. Wenn Achim Weinzen – wie zu Beginn seiner musikalischen Karriere – seine musikalischen Erzählungen ausschließlich selbst auf der akustischen Gitarre begleitet, ist das ein wirklicher Genuss. „Hallo Gevatter“, der vertrauliche Monolog mit dem Sensenmann, strahlt dann besonders durch seine Leichtigkeit und steht in der Tradition von Genrekollegen wie Klaus Hoffmann oder Georg Danzer.

Foto: Rainer Neubert

 Auf der neuen CD, die nicht nur für Lokalpatrioten des Oberzentrums an der Mosel eine schönes Stück Musikgenuss bietet, fehlen leider die erzählerischen Momente, die in den Konzerten Weinzens die musikalisch vertonten Erlebnisse und Gedanken amüsant verknüpfen. Eine Live-CD steht deshalb mit Sicherheit auf dem geheimen Wunschzettel vieler seiner Fans. Dann würde sich auch all jenen erschließen, die Achim Weinzen zum ersten Mal hören, warum er nicht ohne Grund Reinhard Mey als Vorbild nennt.

14 Lieder und eine Zugabe, dass bietet dieses neue Album, auf dem der Musiker seine unterschiedlichen Gesichter zeigt. Welches Achim Weinzen am besten steht, kann jeder Zuhörer für sich entscheiden. Rainer Neubert