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Albumkritik: Al Di Meola und sein Faible für die Beatles

REINGEHÖRT - AL DI MEOLA: ACROSS THE UNIVERSE : The Beatles in Jazzrock

Nach rund 30 Solo-Alben in einer beinahe 50-jährigen Karriere stellt Gitarren-Superstar Al Di Meola mit „Across The Universe“ sein neues Studio-Werk vor – erneut eine Hommage an die Fab Four aus Liverpool.

Dies ist der Nachfolger von „All Your Life: A Tribute to the Beatles“ aus dem Jahre 2013.

Auf dem neuen Album (Gesamtspielzeit fast 62 Minuten) finden sich insgesamt 14 Songs der „Pilzköpfe“: große Hits, aber auch weniger bekannte Titel. 
„Es ist der Verdienst der Beatles, dass ich heute Gitarre spiele“, sagt Di Meola. „Sie waren für mich die treibende Kraft, um anzufangen, das Gitarrenspiel zu lernen, und hatten einen starken prägenden Einfluss auf mich.“

Das CD-Cover von „Across The Universe“ bietet speziell bezogen auf John Lennon eine zusätzliche Hommage an die Beatles: Es ist quasi eine Variation des „Rock ‚n‘ Roll“-Albums des Sängers, Gitarristen und Mitkomponisten der Beatles aus dem Jahr 1975.

Auf „Across The Universe“ unterstreicht Di Meola seine virtuosen Fähigkeiten mit „rhythmisch komplexen Synkopierungen“ sowie mit „verschachtelten Harmonien“ (networking Media) bei seinen Arrangements der Beatles-Songs. Äußerst schnelle E-Gitarren-Läufe stehen neben sehr umfangreichen akustischen Arrangements. Zudem präsentiert Di Meola eindrucksvolle Orchestrierungen zu den Titeln der Fab Four.

Eingehen möchte ich im Folgenden kurz auf einzelne Titel des Werkes:  Umfangreiche (Jazz)Rock-Coverversionen finden sich über den gesamten Tonträger verteilt. Es beginnt schon mit der Einstiegs-Nummer, dem bekannten „Here Comes The Sun“ (1), im Original von 1969. Di Meola spielt auf seiner Version insgesamt sieben Instrumente. Weitere Stücke dieser Art sind etwa die umfangreiche „Golden Slumbers (Suite)“ (2) oder auch „Hey Jude“ (9; 4:51 Minuten). „Strawberry Fields Forever“ (6) wird dominiert von Di Meolas E-Gitarre. Unterstützt wird er dabei von einer Rock-Besetzung mit zusätzlicher Brass- sowie Streicher-Sektion. Al Di Meolas „Yesterday“ (7) oder auch „I‘ll Follow The Sun“ im Original aus dem Jahr 1964 (10) und „Julia“ von 1968 (11) sind gelungene Midtempo-Grooves, geprägt von des Meisters Akustikgitarren. Auf 10 glänzt zudem Randy Brecker an der Trompete. Al Di Meolas zweite Beatles-Hommage schließt mit einer sehr kurzen Fassung von „Octopus‘s Garden“ (14), zu der Al das Singen seiner dreijährigen Tochter Ava im Auto aufgenommen hat.

Di Meola - geboren am 22. Juli 1954 in den USA - ist ein Superstar an der Gitarre. Er gilt in den 1970ern nicht nur als „schnellster Gitarrist der Welt“, sondern auch als einer der Pioniere im Mixen von Jazz, Rock, Latin und Weltmusik. 

Das Album „Across The Universe“ ist sowohl für Beatles-Freunde als auch für Fans von Al Di Meola selbst ein wahres Hörvergnügen.                                                               Jörg Lehn

Al Di Meola: Across The Universe, earMUSIC/Edel 2020. Das Album wird am 13. März 2020 als CD (Digipak), 2-LP-Gatefold (Vinyl) sowie digital veröffentlicht.