Alles glasklar - oder doch nicht?

Alles glasklar - oder doch nicht?

Mit Fotoarbeiten von Rainer Breuer und Ursula Dahm setzt die Deutsche Richterakademie Trier ihre Ausstellungsreihe fort. Auch wenn die Ausstellung im Titel als "durchsichtig" firmiert, so ermöglicht sie leider keine tieferen Einsichten.

Trier. Mit der Transparenz und der Klarsicht daraus ist das so eine Sache. "Durchsicht" beansprucht auch die aktuelle Ausstellung von Fotoarbeiten der beiden Trierer Künstler Ursula Dahm und Rainer Breuer in der Deutschen Richterakademie Trier. Dabei bezieht sie sich thematisch auf das durchsichtige Material Glas und das im reinen Zustand ebenso transparente Element Wasser. Einmal mehr nutzen die beiden Künstler dazu die vielfältigen Eindrücke ihrer zahlreichen Reisen nach Nah und Fern. Ihre Motive beziehen sie ebenso vom Baggersee oder der Mosel wie aus den Metropolen Berlin oder Paris. "Mag auch die Spieglung im Teich oft dir verschwimmen, wisse das Bild", heißt es bekanntlich schon beim berühmten Dichter Rainer Maria Rilke. Das Wissen um die Unsicherheit der Wahrnehmung ist zudem unverzichtbare erkenntnistheoretische Grundlage. Auch in Breuer und Dahms Bildwelt schwindet immer wieder mit den verschwimmenden Bildern die Erkenntnissicherheit. Tiefere Einsichten ergeben sich aus den sich wandelnden Perspektiven allerdings nicht. Auch formal und technisch steht es nicht immer zum Besten mit den fotografischen Ergebnissen der künstlerischen Ein-und Durchblicke des Duos und den daraus entstehenden Bildwelten. Man kann sogar sagen, dass die beiden Trierer Künstler deutlich unter ihren Möglichkeiten bleiben. Schließlich hat man von ihnen bereits wesentlich Eindrucksvolleres gesehen. Eigentlich fängt die Schau mit der "Eichhornstraße" und ihrer bunten Dynamik hoffnungsfroh an. Doch leider dauert die Bildmacht nicht fort. Allzu schlicht ist die Thematik des Durchsichtigen im Ablichten von Dachfenstern und Wellenbewegungen abgehandelt. Etliche Fotoarbeiten können in der Komposition nicht überzeugen. Und die zum Teil opaken Farben geben den Bildern einen süßlichen Touch. Auch der von Dahm und Breuer gern praktizierte Druck der Fotos auf Leinwand steht der Verbildlichung von Transparenz eher entgegen. Wenig überzeugend sind zudem die Unschärfen eingesetzt, ein gängiges Mittel zur Darstellung einer unsicheren und fragwürdigen Wahrnehmung Man fühlt sich im übrigen ein wenig verloren in dieser Bilderschau, in der die Bilder ohne Autorenangabe nur schlecht lesbar durchnummeriert sind. Und in der als Handreichung lediglich ein Handzettel zur Verfügung steht, der immerhin die Titel samt Format und Bildträger zusammen mit dem Monogramm ihrer Schöpfer auflistet. er
Bis 21.7.Öffnungszeiten dienstags bis donnerstags 09.00 - 16.30 Uhr, freitags 09.00 - 14.00 Uhr, Tel.: 0 65 1 / 93 61 - 0, <%LINK auto="true" href="http://www.deutsche-richterakademie.de" text="www.deutsche-richterakademie.de" class="more"%>