Am Ausgangspunkt der Kunst

"Vom Suchen und Finden des Mittelpunkts" ist eine Ausstellung mit Werken von Mario Diaz Suarez betitelt, die noch bis zum 25. Januar in der Augenklinik Petrisberg gezeigt wird.

 Christoph Friedrich und Mario Diaz Suarez führen in die Ausstellung ein (von links). TV-Foto: Anke Emmerling

Christoph Friedrich und Mario Diaz Suarez führen in die Ausstellung ein (von links). TV-Foto: Anke Emmerling

 Christoph Friedrich und Mario Diaz Suarez führen in die Ausstellung ein (von links). TV-Foto: Anke Emmerling

Christoph Friedrich und Mario Diaz Suarez führen in die Ausstellung ein (von links). TV-Foto: Anke Emmerling

Trier. Als Teil eines Ausstellungskonzepts, das sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Darstellung des Wahrgenommenen nähern will, führt sie im buchstäblichen Sinne zum Ausgangs-punkt der Malerei. Wer die Korridore und Räume der Augenklinik Petrisberg betritt, erlebt derzeit ein Faszinosum unterschiedlicher Wahrnehmungen. Knapp 40 Bilder des argentinischen Malers Mario Diaz Suarez, der nach Aufenthalten in New York, Paris und Luxemburg als Mitbegründer der Europäischen Akademie für Bildende Kunst seit 1977 in Trier verwurzelt ist, treiben ihr Spiel mit dem Potenzial der Farbe und der Kraft der Illusion. Landschaft und Natur meinen Betrachter zu erkennen, wenn sie aus der Distanz schauen, ein Geflimmer von Farbpunkten nehmen sie wahr, wenn sie dicht vor der Leinwand stehen. Beides ist Wahrheit, beides eröffnet einen Zugang nicht nur zum Werk des Künstlers, sondern zur Kunst selbst. Mario Diaz Suarez Arbeiten verkörpern ein ganz elementares Wesen der Malerei. Akribisch Punkt für Punkt neben- und übereinander gesetzte Farbsubstanz lässt nach und nach einen rhythmischen und farbigen Klang wachsen, der sich zu gegenständlich Erahnbarem verdichtet. Obwohl durch Reisen von Landschaften inspiriert, geht es dem Künstler nicht um deren Abbildung, sondern um atmosphärische und Tiefen-Wirkung, bei der immer auch Horizonte eine Rolle spielen. Assoziationen zum Impressionismus liegen nahe, doch es gibt ganz wesentliche Unterschiede. Während die Impressionisten vom konkreten Motiv ausgingen, das sie in Punkte auflösten, geht Suarez den umgekehrten Weg. Auch dienen seine Punkte nicht der Wiedergabe des Lichts, wie sie die Impressionisten unter Verwendung eines hellen Malgrundes anstrebten, sondern der Wiedergabe des Farbwertes selbst, zu dessen Gunsten er auf dunklem Untergrund arbeitet. Nie entsteht ein Bild alleine, der Künstler arbeitet immer an Serien, in denen er seine Farbkonzeptionen bis ins Letzte ausforscht. Zurückführen lässt sich seine Vorliebe für den Punkt als elementares Bildelement sowohl auf seine Erfahrungen als mit Rastervergrößerung arbeitender Pop-Art-Künstler in New York, als auch seinen Begegnung mit dem Impressionismus in Paris. Was seine Malerei für ein grundsätzliches Verständnis von Kunst so wertvoll macht, formuliert Christoph Friedrich: "Kunst gäbe es nicht ohne Übereinstimmung, das gleiche Wahrnehmen von gleichen Feinheiten, so wie eine deutliche Prise Thymian im Essen unabhängig vom persönlichen Lecker-Gefühl von jedem geschmeckt wird". Die Ausstellung ist bis zum 25. Januar 2008 während der Sprechzeiten der Augenklinik Petrisberg Mo.-Fr. 8-12 Uhr und Mo.,Di.,Do. 15-17 Uhr zu sehen.

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