Am Ende Zufriedenheit

Am Ende Zufriedenheit

Die Besetzung Flöte/Viola/Harfe ist kostbar, aber auch problematisch, weil ihr das Bass-Fundament fehlt. Im Trierer Kurfürstlichen Palais entfaltete das junge Trio Koch/Zheng/Lenaerts erst nach der Pause bei Toru Takemitsu und Claude Debussy sein künstlerisches Potenzial.

Trier. Am Ende verbreitete sich unter den 200 Besuchern im Kurfürstlichen Palais allgemein Zufriedenheit. Mehr noch: das Gefühl, jetzt seien Flötistin Aniela Koch, Wen Xiao Zheng an der Bratsche und Harfenistin Annaleen Lenaerts endlich ganz in der Musik angekommen. Claude Debussys kostbares Trio entfaltete sich ganz zu seiner eindringlich melancholischen Schönheit.
Da musizieren drei junge Interpreten wie aus einem Atem: Beweglich, organisch, gelegentlich mit verhaltener Brillanz und immer mit einem feinen Gespür für die feinsinnige Rhetorik in dieser Komposition, in der die französische Klassik vor und nach 1700 subtil mitklingt. Mag sein, dass das Tempo di Minuetto beschwingter ausfallen könnte.
Melancholie erklingt


Aber weil die Interpreten auch in diesem Satz die Klangfiguren der Komposition sensibel und aufmerksam ausspielen, bringen sie die Melancholie zum Klingen, die wie ein sanfter Schatten über der Musik liegt und die Debussys Partitur in zahlreichen Detail-Anweisungen ("mélancolique-ment, doux et pénétrant, dolce, gracieux") beschwört.
Es war ein weiter Weg bis zu diesem Höhepunkt. Der Bach zugeschriebenen Sonate fehlt in der Version für Flöte, Viola und Harfe die konturenstarke Basslinie. Das Werk verlor sich in schöngeistiger Indifferenz. Bei der "Elegiac" von Arnold Bax drängte die überstarke Harfe in der (dafür) heiklen Palais-Akustik die Melodieinstrumente in Nebenrollen ab, da fehlt den Interpreten noch die Fähigkeit zum spontanen Ausgleich. In den Duo-Kompositionen von Gabriel Fauré (Flöte/Harfe, Viola/Harfe) rückte die Brillanz der Solisten in den Mittelpunkt, und die mediterrane Gelassenheit, die romanische Eleganz bei Fauré blieben ein Stück weit auf der Strecke.
Anders Toru Takemitsus "And when I knew t\'was wind". Da zeichneten die Interpreten hellhörig nach, wie aus kurzen Motiven wunderbar fragile Klangminiaturen entstehen. Die umkreisen tonale Zentren, nähern sich ihnen und entfernen sich und laufen gelegentlich aus in zart-harmonische Terzen. Eine Hommage an Debussy. Und an diesem Abend auch eine Vorahnung auf den gelungenen Abschluss. mö