"Amerikanischer Taliban"

"Amerikanischer Taliban"

LUXEMBURG. (no) Im Oktober 2002 wurde der Amerikaner John Walker Lindh wegen Hochverrats zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt. Der zentrale Vorwurf der Bush-Regierung lautete, dass sich Lindh durch seinen Beitritt zur Al Qaeda verschworen habe, amerikanische Bürger zu töten.

Suleyman al-Lindh, wie er sich nannte, war im Alter von 16 Jahren zum islamischen Glauben übergetreten und in einem Stützpunkt der Terrororganisation Al Qaeda ausgebildet worden; angeblich ist er dabei auch Osama bin Laden persönlich begegnet. Gut zwei Jahre nach dem Urteilsspruch ist es still um den Mann geworden. Was fasziniert, was verstört am Fall Lindh? Was trieb den netten Jungen aus den liberalen Mittelstandssuburbs von San Francisco ans Ende der Welt nach Afghani-stan? Wann wurde der American Way of Life für ihn zur Sackgasse, vor deren Verlockungen er in die fundamentalistische Askese der Taliban floh? Diese Fragen stellt Marc Pommering in seinem Stück "Johnnys Jihad", einer Auftragsarbeit des Kunstfests Weimar in Zusammenarbeit mit dem Grand Théâtre in Luxemburg und dem Theater Erlangen, die im September 2004 in der Inszenierung von Christian von Treskow uraufgeführt wurde. Im Studio des Grand Théâtre ist sie am Mittwoch, 26., und Freitag, 28. Januar, um 20 Uhr zu sehen. Karten: 00352/4708951, E-mail: ticketlu@pt.lu