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Amiens bittet Pop-Ikone Madonna um verschollenes Bild

Paris : Bürgermeisterin bittet Pop-Ikone Madonna um verschollenes Bild

Das Gemälde „Diana und Endymion“ des französischen Malers Jérôme-Martin Langlois galt lange als zerstört. Möglicherweise ist es im Besitz des Popstars.

Halbnackt schwebt die Göttin der Jagd, des Mondes und der Geburt auf den schönen Hirten zu. „Diana und Endymion“ heißt das sinnliche Bild von Jérôme-Martin Langlois aus dem Jahr 1822. Lange Zeit galt es als zerstört. Die Deutschen hatten die Hauptstadt des Départements Somme im März/April 1918 einen Monat lang bombardiert. Dabei wurde das damalige Musée des Beaux Arts (heute: Musée de Picardie) zerstört. Lange Zeit ging man davon aus, dass bei diesem Angriff auch das Langlois-Gemälde vernichtet wurde.

Nun könnte es sich in der Sammlung des amerikanischen Popstars Madonna befinden, die es einem Zeitungsbericht zufolge 1989 für 1,2 Millionen Euro bei einer Auktion in New York erworben habe, jedoch ohne Datum und Unterschrift des Künstlers. Laut „Guardian“ soll Madonnas Bild drei Zentimeter kleiner als das in Amiens vor über 100 Jahren verschwundene sein. Auf das Bild aufmerksam wurde man, weil ein Kurator des Museums 2015 das Bild in dem französischen Magazin „Paris Match“ identifizierte. Es im Hintergrund eines Fotos zu sehen, dass den Popstar in seinem Haus zeigte.

In einem Video bittet nun die Bürgermeisterin von Amiens den Weltstar deshalb, der Stadt das Bild zu leihen. „Madonna, Sie haben wahrscheinlich noch nie von Amiens gehört“, beginnt Brigitte Fouré das Video. „Aber seit einigen Tagen besteht eine besondere Verbindung zwischen Ihnen und unserer Stadt.“

Dem Appell an Madonna ging ein kürzlich erschienener Artikel in der Zeitung „Le Figaro“ voraus. Wie Fouré auf Facebook schreibt, hat dieser es ihr ermöglicht, dem Bild auf die Spur zu kommen.

Gleich ob es sich um das authentische Gemälde von Jérôme-Martin Langlois (1779-1838) handle oder um eine Kopie, sie wolle, dass die Menschen in Amiens es wieder sehen können, sagte die Bürgermeisterin dem Fernsehsender TF1 – und zwar 2028, wenn Amiens sich um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt bewirbt. In ihrem Video präzisierte Fouré auch, dass man den legalen Erwerb des Gemäldes nicht bestreite.

Sollte Madonna der Bitte nachkommen, müsste sie akzeptieren, dass ihr Gemälde einer Reihe von Analysen unterzogen wird.

Weitere Infos und ein Foto des Gemäldes unter www.theguardian.com

(dpa)