Auf Engelsflügen

PRÜM. Im Rahmen des "Kultursommers Rheinland-Pfalz" und präsentiert vom Trierischen Volksfreund erklingt Felix Mendelssohn Bartholdys "Elias" am Sonntag, 28. September, um 17 Uhr in der St. Salvator-Basilika in Prüm.

"Ich hatte mir beim Elias einen rechten Propheten gedacht, wie wir ihn heut' zu Tage wieder brauchen könnten, stark, eifrig, auch wohl bös und zornig und finster, im Gegensatz zum Hofgesindel und Volksgesindel, und fast zu der ganzen Welt im Gegensatz, und doch getragen wie von Engelsflügeln."Mit diesen Worten beschrieb Felix Mendelssohn Bartholdy dem Dessauer Pfarrer Julius Schubring seine Vorstellungen von der Hauptperson des Oratoriums, dessen erste Pläne er in den Jahren 1837/38 entwickelte. Schubring sollte ihm nach der erfolgreichen Zusammenarbeit beim Oratorium "Paulus" die Textvorlage liefern.Entstanden ist ein gewaltiges Werk von fast zweistündiger Dauer, das aber lange auf seine Vollendung warten musste. Erst 1845, als Mendelssohn aufgefordert wurde, für das Birmingham Music Festival ein Oratorium zu komponieren, erwachten die Pläne zu neuem Leben. Das Resultat ist ein beeindruckendes religiöses Bekenntnis zur Allmacht Gottes, diesmal aber, im Gegensatz zum "Paulus", ganz aus alttestamentarischer Sicht. Dies ist auch der Grund, warum Mendelssohn auf Choräle verzichtet. Große Parallelen finden sich aber in der barocken Formenstrenge und der romantischen Gefühlswärme, die auch beim Elias auf die geradezu unnachahmliche, für Mendelssohn so typische Weise kombiniert werden.Rund 2000 Personen erlebten 1846 in Birmingham die Uraufführung. In den USA stand das "Opus 70" Jahrzehnte lang direkt nach dem Händelschen Messias auf Platz zwei der Popularitätsskala, ganz im Gegensatz zu Deutschland. Hier hatte die Komposition, noch bevor Mendelssohn auf den nationalsozialistischen Index kam, mit der neuen Sachlichkeit und der Abneigung gegen die Romantik zu kämpfen. Selbst gegen Ende der 50er Jahre wurde das Oratorium in deutschen Konzertführern nur am Rande erwähnt, weil es kaum aufgeführt wurde.Die Ausführenden am Sonntag, 28. September, sind der Kammerchor der Region Westeifel zusammen mit der jungen Philharmonie Bonn. Die Solopartien übernehmen die Sopranistin Ursula Dimmer, Christine Wehler (Alt), Marc Dostert (Tenor) und der Bassist Vesselin Stoykov. Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Regionalkantor Christoph Schömig.Karten in den Prümer Buchhandlungen Hildesheim (Tel. 06551/2489) und Behme (Tel. 06551/2407) und das Pfarramt Prüm (Tel. 06551/2469).