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Aufgeschlagen - Neue Bücher

Jetzt schreibt er auch noch. Wenn Musiker plötzlich schauspielern, Schauspieler singen oder Sänger eben Romane schreiben, ist das häufig nicht preisverdächtig.

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Foto: (g_kultur

Dass Thees Uhlmann Songs schreiben kann, hat er mit seiner Band Tomte und auch solo bewiesen. Aber dreihundert Seiten statt drei Strophen? Schafft er. Und zwar so gut, dass sich über ein paar zu platte Witze und mittelmäßige Fantasy-Elemente locker hinwegsehen lässt. Weil der subtile Humor und die versteckten Lebensweisheiten umso grandioser sind, wenn der Ich-Erzähler mit dem Tod und seiner Ex-Freundin unterwegs ist - irgendwo zwischen Höllentrip und Himmelfahrtskommando. Eigentlich hat der Tod den Auftrag, ihn mitzunehmen, doch das gelingt nicht. Stattdessen geht der Mann im schwarzen Anzug mit dem Erzähler auf die Reise und genießt dabei die ganz banalen Dinge, wie es nur jemand kann, der noch nie gelebt hat. Die Ex Sophia mäkelt am Erzähler herum, als seien sie noch ein Paar, dabei hat der nur noch einen Wunsch: einmal noch seinen Sohn sehen (den er nach seiner Lieblingskneipe benannt hat, womit im Positiven wie im Negativen eigentlich schon alles über den Protagonisten gesagt wäre). Uhlmanns Stärke: Er packt in ein paar Sätze so viele Gefühle, als gäbe es kein Morgen: Da ist eine halbe Buchseite schön und traurig, lustig, berühend und melancholisch zugleich, und das alles wunderbar ineinander verwoben. Wie das Leben eben, auch wenn der Tod jederzeit an der Tür klingeln könnte. Aber dann soll er doch bitte so sein wie in diesem Buch. Rebecca Schaal Thees Uhlmann, "Sophia, der Tod und ich", Kiepenheuer&Witsch, 18,99 Euro.

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