Aufgeschlagen - Neue Bücher

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"Trinken wir auf den Dolle Hond und den Mann der Stunde: Pieter", heißt es am Ende des Romans "Das Haus der verlorenen Seelen". Pieter Posthumus hat nach vielen Tagen und Stunden des Recherchierens und Überlegens gemeinsam unter anderem mit seiner engsten Vertrauten Anna, Besitzerin seines Stammlokales "De Dolle Hond", erneut einen kniffligen Fall gelöst.

Es ist das zweite Rätsel, das das Autorenduo Britta Böhler und Rodney Bolt unter dem Pseudonym Britta Bolt für seinen sympathischen Protagonisten entworfen hat. Posthumus ist kein Kommissar oder Privatdetektiv. Er arbeitet bei der Stadt Amsterdam im - fiktiven - "Büro der einsamen Toten" (so auch der Titel des ersten Romans), das sich um Beisetzungen Verstorbener kümmert, deren Angehörige nicht auszumachen sind. Empathie und Respekt sind Voraussetzungen für diese Aufgabe - ebenso wie gesunde Neugier, gute Beobachtungsgabe und ein wacher Verstand. Eigenschaften, die Pieter Posthumus auch bei diesem Fall helfen, in dem er auf eigene Faust ermittelt. Die Aufklärung des Mordes an einem jungen Mann, der früher als Stricher gearbeitet hat, führt ihn in das dunkle Gassengewirr des Amsterdamer Rotlichtviertels. Zahlreiche Puzzlestücke müssen sortiert und richtig zusammengesetzt werden. Gern rätselt man mit dem außergewöhnlichen Ermittler und seinen individuellen, teils skurrilen aber rundum sympathischen Freunden mit und erfährt dabei zugleich einiges über die Hauptstadt der Niederlande. Dass es dabei auch Verweise auf den ersten Fall gibt, spricht dafür, sich zunächst diesem ebenfalls sehr lesenswerten Roman zu widmen - um sich dann noch mehr auf das dritte Amsterdamer Krimi-Puzzle zu freuen. Ariane Arndt-Jakobs Britta Bolt: "Das Haus der verlorenen Seelen", 320 Seiten, Hoffmann und Campe, 22 Euro

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