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Aus der Seele des Komponisten - und für die Seele aller Zuhörer

Aus der Seele des Komponisten - und für die Seele aller Zuhörer

Wer Musik zum Leiden und Tod Christi abseits von Matthäus- und Johannes-Passionen erleben möchte, der ist am Samstag, 23. März, in Triers Barockkirche St. Paulin am rechten Platz. Unter Leitung von Kantor Volker Krebs erklingt eine vielversprechende Passionskantate des Bach-Schülers Gottfried August Homilius.

Trier. Volker Krebs klingt fast euphorisch: "eine herrliche ausdrucksstarke und klangvolle Musik" sei das. Der Kantor an der Trierer Kirche St. Paulin hat nach Alternativen zu den Passionsmusiken Bachs gesucht und ist auf die Passionskantate "Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld" von Gottfried August Homilius gestoßen. Am Samstag, 23. März, 20 Uhr, wird das 1775 gedruckte und dann vergessene Werk in St. Paulin aufgeführt.
Homilius (1714-1785), Schüler von Johann Sebastian Bach und Kirchenmusiker an der Dresdener Frauenkirche, gehört zu einer Komponistengeneration auf der Suche nach neuen Wegen. Seine Passionsmusik gibt das Bibelwort nicht wieder, sondern setzt es voraus. Die Musik reflektiert in zahlreichen Facetten nicht nur das Leiden und Sterben Christi, sondern auch das Mitleiden der Gläubigen und zugleich deren Erlösungsgewissheit. Das war damals modern und ist heute wieder ganz aktuell. Auf komplexe Strukturen hat Homilius offenbar bewusst verzichtet. Das Werk verbindet einfach gesetzte Choräle - vielleicht sogar zum Mitsingen der Gemeinde -, gefühlvolle Chöre und Arien mit dramatischen Rezitativen.
Homilius trägt das Passionserleben nicht von außen an die Menschen heran. Seine Kantate will sie im Innersten bewegen - Musik aus der Seele des Komponisten für die Seele aller Zuhörer. Der Musiker müsse selber gerührt sein, wenn er seine Zuhörer rühren wolle, hat Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel gefordert - wie Homilius Jahrgang 1714. mö
Gottfried August Homilius, Passionskantate "Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld" am Samstag, 23. März, 20 Uhr, in St. Paulin in Trier. Solisten: Antonia Lutz, Christine Wehler, Jud Perry und Vinzenz Haab. Vokalensemble und Basilikaorchester St. Paulin. Leitung: Volker Krebs.

Karten: TV-Service-Center Trier und Bitburg, TV-Tickethotline 0651/7199-996 und auf www.volksfreund.de/tickets