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Ausstellung in Trier zeigt Zeitgeschichte im Rückspiegel

Hans-Ulrich Bieler von der Landesvertretung betrachtet mit ADD-Präsidentin Dagmar Barzen ein Foto der Fußbekleidung von Papst Benedikt. TV-Foto: Tobias Senzig
Hans-Ulrich Bieler von der Landesvertretung betrachtet mit ADD-Präsidentin Dagmar Barzen ein Foto der Fußbekleidung von Papst Benedikt. TV-Foto: Tobias Senzig
Trier. Der Wettbewerb "Rückblende" der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin und Brüssel zeichnet die besten Pressefotos und Karikaturen des Jahres aus. Die Beiträge sind bis 20. März im Kurfürstlichen Palais in Trier zu sehen. Der TV ist Medienpartner. Tobias Senzig

Trier. Dieses Bild zeigt Uneinigkeit: Der britische Premierminister David Cameron verzieht grimmig das Gesicht, daneben steht Bundeskanzlerin Merkel und grinst verschmitzt. Das Foto entstand bei einer Pressekonferenz, nachdem sich die beiden Staatslenker zur Euro-Schuldenkrise beraten hatten - und versinnbildlicht das Ergebnis: Großbritannien und Deutschland haben keinen gemeinsamen Weg gefunden, die Probleme zu lösen.
Die Aufnahme von Angelika von Stocki ist eine von etwa 300 Pressefotografien und Karikaturen, die derzeit in den Räumen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) betrachtet werden können. Die Ausstellung "Rückblende 2011 - Deutscher Preis für politische Fotografie und Karikatur" dokumentiert das politische Leben des vergangenen Jahres in Bildern und Zeichnungen. Aus mehr als tausend Einsendungen hat eine Jury aus Journalisten und Politikern die Arbeiten ausgewählt. Die Besten wurden prämiert - auch die Werke der sieben Sieger sind in Trier zu sehen.
Die Rückblende gastiert bereits zum siebten Mal in den Räumlichkeiten der ADD im Kurfürstlichen Palais. ADD-Präsidentin Dagmar Barzen ist stolz auf die bunte Bilderschau in ihrem Haus. Sie schätzt besonders den dokumentarischen Charakter der Ausstellung: "Unsere Zeit ist so schnelllebig. Erinnerungen sind deshalb sehr wichtig." Anhand der Bilder könne man gut sehen, was die Menschen im vergangenen Jahr geprägt habe: Ehec, Guttenberg, Finanzkrise. Vieles davon sei inzwischen schon vergessen. "Zum Beispiel die Katastrophe von Fukushima: Vor einem Jahr hielten uns die Medien jede Minute auf den Laufenden, jetzt sieht man Fernsehbeiträge nur noch unter ferner liefen." Mit den Folgen der Katastrophe müssten die Menschen in Japan nun leben, während die Welt wieder woanders hinschaue.
Schnelllebige Themen


Auch Hans-Ulrich Bieler, Amtschef bei der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz und Mitorganisator der Ausstellung, ist sich der Schnelllebigkeit medialer Themen bewusst: "Es ist gerade ein halbes Jahr her, dass ein Herr aus Rom das politische Leben in Berlin durcheinandergebracht hat." Trotzdem sei der umstrittene Papstbesuch inzwischen meilenweit weg.
Extra

Die Ausstellung "Rückblende 2011 - Deutscher Preis für politische Fotografie und Karikatur" ist bis zum 20. März im Foyer der ADD im Kurfürstlichen Palais zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Alle Fotos und Karikaturen gibt es auch im Internet auf www.rueckblende.rlp.desen