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Ausstellung mit Gegensätzen

Ausstellung mit Gegensätzen

Mit Chikako Kato und Herbert Lankl präsentiert die Galerie Contemporanea in Oberbillig (Kreis Trier-Saarburg) zwei interessante, dabei völlig gegensätzliche künstlerische Positionen.

Oberbillig. Die 1973 geborene Japanerin Chikako Kato lebt seit einigen Jahren in Trier. Die gelernte Pädagogin und Ehefrau von Bodo Korsig ist als Malerin und Zeichnerin Autodidaktin. Tatsächlich darf ein Teil ihrer hier gezeigten Arbeiten als künstlerische Fingerübung gelten. Umso reizvoller ist der andere Teil.
Chikako Kato arbeitet meist kleinformatig. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit der eigenen Befindlichkeit in einer zuweilen fremden Welt auseinander, ebenso wie mit der D ynamik sozialer sprich zwischenmenschlicher Prozesse. Ausgesprochen delikat und fest verwurzelt in der japanischen Tradition sind ihre feinen Zeichnungen auf Papier. Mit wenigen Zeichen macht die Künstlerin aus den kleinen Quadraten eine große Weltbühne voll innerer Dynamik, in der sich Menschen annähern und entfernen. Wie die winzigen Wimperntiere unter dem Mikroskop wirken die bunten Mini-Organismen, die im schwarzen Bildgrund des schmalen Querformates an der Stirnwand der Galerie mal auseinander, mal aufeinander zuschweben. Die Arbeit ist eine Art Solidaritätsbezeugung gegenüber ihren von der Atomkatastrophe heimgesuchten Landsleuten.
"Menschen müssen zusammenhalten", sagt Chikako Kato. Während die Japanerin gleichsam ihr innerstes Empfinden veräußert, verschließen sich Herbert Lankls Steinskulpturen weithin vor der Welt. Ihre zum Teil polierten Oberflächen reflektieren das Licht. Ihre strengen geometrischen Formen schotten sich nach außen ab, lenken den Blick nach innen, hin auf Einschlüsse und Durchbrüche. Die polierten Skulpturen des 1962 geborenen, heute in der Oberpfalz lebenden Künstlers, deren einziges Ornament die Materialstruktur ist, sind ausgesprochen meditative Objekte. Redseliger und dabei im besten Sinne unfertig, kommen dagegen die weithin naturbelassenen Steine daher, mit ihren unregelmäßigen Oberflächen und Brüchen.
Ihre kraftvolle, sogar rohe Anmutung wird "kultiviert" durch polierte Innenflächen - Lichtfallen gleichsam - oder andere sichtbare, formgebende Einwirkungen des Künstlers. er
Bis 3. November, Di -Sa 15 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung, nach dem 3. November nur nach Vereinbarung, Tel.: 06501 12297, www.contemporanea.de