SPOT AN! SZENEN EINER RÖMISCHEN STADT : Des Kaisers neue Städte

Aufstände und Kriege prägten das 3. Jahrhundert in vielen Gebieten des Römischen Reiches. Dies machte grundlegende Änderungen nötig: Kaiser Diokletian führte im Jahr 293 Reichsreformen durch und ernannte drei Mitkaiser.

Die Herrscher regierten nun nicht mehr von Rom aus, sondern errichteten neue Paläste in Städten in ihren Zuständigkeitsgebieten. Kaiser Maximian machte Trier zur Residenz, und Konstantin I. veranlasste ihren monumentalen Ausbau. Die Stadt war nun zentraler Verwaltungsort der gallischen Präfektur, die von Schottland bis Marokko reichte. Über 100 Jahre blieb sie Regierungssitz mit eigener Münzstätte. Für neun römische Kaiser sind teils mehrjährige Aufenthalte bezeugt. Mit Ausnahme von Konstantinopel wurde kein Sitz so stark frequentiert wie Trier.

Für die neue Kaiserresidenz Trier wurde ein komplettes Stadtviertel einplaniert. Anstelle eines älteren Verwaltungsgebäudes entstand eine kaiserliche Audienzhalle, die Basilika. Eine monumentale Eingangshalle führte in den mit edlen Fußböden und Wandverkleidungen aus farbigem Stein ausgestatteten Saal. Den östlichen Abschluss des Palastareals bildete der Circus, eine Pferderennbahn. Südlich der Basilika wurde zunächst eine große Badeanlage in Angriff genommen, die Kaiserthermen. Zeitzeugen verglichen die neue Kaiserresidenz Trier gar mit Rom.

Einige Grabinschriften im Landesmuseum geben Einblicke in den riesigen Hofstaat. So existiert eine für den Palastbeamten Probatius. Weitere Grabtafeln benennen Felix als einen kaiserlichen Kleiderverwalter oder den germanischen Offizier Gabso als der Leibgarde zugehörig. Aber nicht nur Beamte und Soldaten zog es an den Kaiserhof in Trier, sondern auch Bischöfe, Kirchenväter, berühmte Autoren und Philosophen kamen in die Moselmetropole. Neue Bevölkerungsgruppen aus dem Osten des Reiches brachten die griechische Sprache nach Trier.

Maria Carmen D’Onza, Landesmuseum Trier

Vom 31. August bis 26. Januar 2020 ist die Ausstellung „Spot an! Szenen einer römischen Stadt“ im Rheinischen Landesmuseum zu sehen. Alle Teile: volksfreund.de/roemer

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