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Auswahl des künftigen Intendanten des Theaters Trier: Jede Menge Kandidaten

Auswahl des künftigen Intendanten des Theaters Trier: Jede Menge Kandidaten

Die Auswahl eines künftigen Intendanten für das Trierer Stadttheater geht in die heiße Phase. Die Ausschreibungsfrist ist beendet, eine Kommission soll nun die 71 Bewerbungen sichten und eine erste Vorauswahl treffen.

Trier. "Mit einer solchen Resonanz habe ich nicht gerechnet", sagt Kulturdezernent Thomas Egger. Die Ausschreibung war relativ kurzfristig erfolgt und hatte nicht mehr alle Fachzeitschriften erreicht. Dennoch gab es überregionalen und sogar internationalen Zuspruch: Auf der Kandidatenliste stehen auch Bewerber aus den Niederlanden, Lettland, Italien, Österreich und der Schweiz. Gut 80 Prozent der potenziellen Intendanten sind Männer. Die Namen sind vertraulich, steckt doch mancher Aspirant noch in einem anderen Engagement und möchte nicht öffentlich gehandelt werden.
Intendanten mit langjähriger Erfahrung haben sich ebenso beworben wie aufstrebende Kulturmanager. "Das Spektrum ist sehr breit", analysiert der Dezernent. Viele Bewerber hätten deutlich gemacht, dass sie nicht nur mit künstlerischen Ideen antreten wollen, sondern auch mit einem Management-Konzept. Thomas Egger wertet das als Hinweis darauf, "dass die Leute verstanden haben, welche Grundlinie wir anstreben". Es gebe "viele Bewerber, die sich der Tätigkeit sowohl aus künstlerischer als auch aus ökonomischer Sicht nähern".
Geht es nach dem Dezernenten, wird eine Personalentscheidung noch vor den Stadtratswahlen im Mai erfolgen. Hintergrund: Der oder die Neue soll möglichst schnell und umfassend in die Überlegungen zur künftigen Struktur des Hauses und vor allem zur baulichen Entwicklung eingebunden werden. Der Intendanten-Posten wird zwar erst Mitte 2015 neu besetzt, aber bis dahin stehen entscheidende Weichenstellungen an. Vom künftigen Chef des Hauses werden dabei wesentliche Impulse und Ideen erwartet.Der Zeitrahmen ist eng


Die Zeit drängt, das Land wartet auf konkrete Vorschläge aus Trier - und ewig dürften die Zuschusstöpfe für den Um- oder Neubau des maroden Hauses nicht geöffnet sein.
Gewählt wird der Intendant im Stadtrat, eine erhebliche Rolle bei der Auswahl dürfte aber eine Findungskommission spielen, die die Bewerbungen sichtet, eine Vorauswahl - 2003 waren es zehn Kandidaten - trifft, den Favoritenkreis zu Bewerbungsgesprächen einlädt und schließlich eine Vorschlagsliste ausarbeitet. Die Ratsfraktionen sind in der Kommission vertreten, die Personalvertretung des Theaters dürfte ebenfalls ein Wort mitreden.
Besonderes Gewicht kommt in einem solchen Gremium den externen Experten zu. Egger möchte zwei erfahrene Intendant(inn)en hinzuziehen, die ihre Fachkunde einbringen. Einer davon könnte aufgrund der gewünschten großregionalen Ausrichtung des Theaters der Chef des Grand Théâtre, Frank Feitler, sein - sofern es dem Dezernenten gelingt, den vielbeschäftigten Luxemburger für eine solche Aufgabe zu gewinnen.