Bachchor beeindruckt in der Konstantin-Basilika

Bachchor beeindruckt in der Konstantin-Basilika

Die Spielzeit des Mosel Musikfestivals ist beendet. In Trier ging es an den Start. Und hier hat es auch mit einem fulminanten Finalkonzert geendet.

Trier. Das war es also, das Mosel Musikfestival 2011. Der "Schlussakkord" in der fast ausverkauften Trierer Konstantin-Basilika sollte durch Qualität beeindrucken und noch einmal ein Highlight darstellen. Die Verantwortung dafür lag in erster Linie bei Martin Bambauer, Kantor der Basilika, und dem Trierer Bachchor. Ihnen zur Seite stand das Barockorchester L\'arpa festante aus München, das dem Festivalpublikum aus zahlreichen Auftritten bestens bekannt ist. Im Mittelpunkt des Abends stand die große Messe in c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Salzburger Meister hat dieses KV 427, genau wie sein Requiem, nicht beendet, weshalb Bambauer auf die Fassung von Richard Maunder zurückgriff.
Vorher aber standen Kompositionen des Zeitgenossen Arvo Pärt auf dem Programm. Ein Wagnis? Wenn es ein Wagnis war, kann man nur sagen, Bambauer hat auf ganzer Linie gewonnen und das Programm machte aus dem Konzert fast schon eine Liturgie.
Am Anfang stand "Spiegel im Spiegel" für Violine und Klavier, interpretiert durch die künstlerischen Leiter des Orchesters, den Geiger Christoph Hesse und Rien Voskuilen am Flügel. Durch seinen minimalistischen Charakter der sich wiederholenden Elemente klang dieses Werk fast wie ein fernes Glockengeläut, das zum Gottesdienst ruft. Es folgten der 96. Psalm (für Chor und Orgel), das Credo aus der "Berliner Messe" (Chor und Streicher) und die a-cappella-Vertonung "Da pacem-Domine". In allen drei Werken präsentierte sich der Bachchor von seiner besten Seite, und es war beeindruckend, wie sicher er mit dieser spröden Tonsprache, die jeden kleinen Fehltritt gnadenlos aufzeigt, umgehen konnte. Zu einer harmonisch ganz anderen Blüte führte die Mozartmesse, die aber nichts an der Präzision und der Musizierfreude änderte. Auch hier war Chor voll und ganz zu Hause. Man hatte fast den Eindruck, er steigert sich noch. Getragen von einem exzellent agierenden Orchester geriet das beschließende "Osanna" (ein "Agnus Dei" gibt es nicht) zu einem großartigen Jubelruf. Mit Johanna Winkel und Elisabeth Scholl hatte Bambauer zwei Sopranistinnen engagiert, die in den Höhen um die Wette strahlten. Souverän agierte Bassist Klaus Mertens, bei dem es bedauerlich war, dass er nur im Benedictus in Erscheinung trat. Der Tenor Georg Poplutz war das schwächste Glied des Solistenquartetts. Auch er präsentierte eine schöne, allerdings oftmals zu kleine Stimme und wirkte manchmal etwas angestrengt. Insgesamt ein Finalkonzert, das ohne jede Einschränkung begeistern konnte und einen strahlenden Schlusspunkt für das Festival bildete. gkl

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