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Barocke Musik mit Elektroklängen

Mine und die Lauttten Compagney zaubern eine melancholische Atmosphäre in die Viehmarktthermen in Trier. TV-Foto: Dirk Tenbrock
Mine und die Lauttten Compagney zaubern eine melancholische Atmosphäre in die Viehmarktthermen in Trier. TV-Foto: Dirk Tenbrock FOTO: Dirk Tenbrock (DT) ("TV-Upload Tenbrock"
Trier. Ein ungewöhnliches Musikprojekt hat das Moselmusikfestival mit der Singer-Songwriterin Mine und der Lautten Compagney auf die Bühne in den römischen Viehmarktthermen zu Trier gebracht. Elektronisch aufgepeppte Elemente der Barockmusik verbinden sich mit Mines Gesang zu einem überraschenden Mix.

Trier. Das Moselmusikfestival betritt auch im 31. Jahr seines Bestehens immer wieder neue Pfade. Zur JTI-Klassik Lounge hatte man schon sehr erfolgreich die Klassik-Performerinnen des Ahn Trio oder den Soul-Jazzer Max Mutzke am Start; im Jahr 2016 präsentiert sich das Lounge-Konzert als eine Mischung aus barocken Klängen, Elektro- und Singer-Songwriter-Musik. Die Berliner Lautten Compagney ist schon beim Festival zu Gast gewesen, bevor der internationale Erfolg einsetzte, Mine ist mit ihren melancholischen Liedern allerdings zum ersten Mal in Trier.
Im 2000 Jahre alten Badehaus


Im 2000 Jahre alten römischen Badehaus am Viehmarkt zaubern die Lichteffekte wunderbare Stimmungsbilder auf die Steine, Mine singt melancholische Lieder vom Werden und Vergehen menschlicher Beziehungen, und die Lautten Compagney spielt - mit elektronischer Unterstützung - auf historischen Instrumenten wie der Gambe, der Laute, dem Zink (eine gekrümmte Flöte) oder dem großen Violone. Dazwischen interpretiert die Compagney unter der Führung des musikalischen Leiters Wolfgang Katschner Musik von Purcell, Charpentier oder Vivaldi. Katschner ist immer auf der Suche nach fantasievollen Variationen, da wird auch mal gerappt oder bein Mines "Kann sie es tragen" ein lateinamerikanischer Rhythmus angeschlagen.
Mosel Musikfestival 2016


Die sechs Musiker sind allesamt virtuos an ihren Instrumenten, Mines Gesang und Texte betörend und ausdrucksstark. Zwanzigminütige Sets wechseln sich mit "chillig"-ruhiger Lounge-Musik von Discjockey Daniel Schulze ab, die Gelegenheit zum Weingenuss und zur Unterhaltung bietet.
Es ist aber eigentlich ein Konzert mit kontemplativer Musik zum gesetzten Zuhören, eine echte Lounge-Atmosphäre mag deshalb nicht aufkommen. Die 250 Zuschauer in der nicht ausverkauften Viehmarkttherme spenden großen Applaus, einige Zuschauer sind jedoch etwas gelangweilt und verlassen das Konzert schon früher: "Mir fehlte die Power, mit der Zeit war es zu gleichförmig", sagt eine Dame, bevor sie in die Nacht hinausgeht. DT