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Barockorchester der Europäischen Union in Echternach

Barockorchester der Europäischen Union in Echternach

Seit 2008 residiert das Barockorchester der Europäischen Union (Eubo) im luxemburgischen Echternach und schloss mit dem Konzert "Händel, ein dramatischer Genius" seine dritte Spielzeit im Großherzogtum ab. Im nächsten Jahr werden neue Mitglieder aus allen europäischen Ländern den Klangkörper bilden.

War schon das erste Konzert am 15 Juli eine überzeugende Angelegenheit (der TV berichtete), so zeigte sich jetzt, dass dieses Orchester zusammengewachsen ist, eine Einheit bildet. Was das Eubo im Trifolion leistete, war eine runde Sache, in sich geschlossen.

Faszinierend, wie sich das Orchester dem Schaffen Händels widmete, sich der Ouvertüre und der Ballettmusik zu Alcina, HWV 34, oder der Ouvertüre zu Admeto, HWV 22, annahm. Da mochte man mitleiden, mitlieben, sich freuen und auch verzweifeln. Bildlich gesprochen bildete das EUBO einen geschlossenen Ring, in dessen Zentrum sich die Musik fand. Waren die Violinen oder die Oboen, der Kontrabass oder die Bratschen das tragende Element? Man mochte es nicht beurteilen. Überall überzeugende Qualität, die vergessen machte, dass hier Musiker agierten, die gerade ihr Studium beendet haben. Und auch Dirigent Lars Ulrik Mortensen fügte sich in diesen Ring ein, demonstrierte immer wieder, dass er ein Teil des Ganzen ist.

Wieder einmal war die schwedische Sopranistin Maria Keohane mit von der Partie und machte mit ihrer traumhaft schönen Stimme als Edelstein aus diesem Ring ein besonderes Schmuckstück. Neben den verschiedenen Opernarien war es besonders die Kantate "Ero e Leandro", HWV 150, in der sie eine schier unendliche Farbigkeit präsenteren konnte, von weich und zart aus dem Nichts kommend bis hin zu strahlend raumgreifend. Dabei war auch sie immer ein Teil des Ensembles, immer dem Orchester zugewandt. Trotz Solopartie fügte sie sich ein. Ein Abend, wie er sein sollte.

Gerhard W. Kluth