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Beethoven, Mozart und der Mambo

Beethoven, Mozart und der Mambo

Ungewöhnliche Fusion aus Klassik, kubanischen Rhythmen und Jazz: Damit haben das Philharmonische Orchester Trier in Zusammenarbeit mit den Klazz Brothers & Cuba Percussion die Besucher im Theater Trier mitgerissen.

Trier. "Classic meets Cuba" lautet das Motto im ausverkauften Großen Haus des Theaters Trier. Das Philharmonische Orchester der Stadt Trier spielt klassische Stücke, die mit den kubanischen Rhythmen der Klazz Brothers & Cuba Percussion gemischt werden.
Ihr Cross-Over präsentiert Bassist Kilian Forster an diesem Abend mit viel Humor. So ist "der bekannteste Handy-Klingelton der Welt" von Mozart der "Salsa-Favorit" der Band, erklärt er, aber abgewandelt zum kubanischen Marsch.
Victor Puhl springt zur Musik



Dirigent Victor Puhl hat während des Konzerts sichtlich Spaß und springt zur Musik in die Höhe, auch wenn er später beteuert, dass er nicht tanzen könne. Das Publikum ist während der ersten Hälfte des Konzerts dagegen eher zögerlich. Trotzdem ist die Resonanz bereits in der Pause recht positiv: "Außergewöhnlich schön, es gefällt uns sehr.", sagen Heidi Schenk und Hella Radge aus Trier. Dieter Weinl aus Trier hatte etwas anderes erwartet - mehr Salsa, erklärt er, aber das Orchester sei trotzdem immer ein Erlebnis. Mehr Salsa gibt es nach der Pause in der Tat. Die Parts des Orchesters werden kürzer, dafür tritt eine tanzbare Mischung aus Jazz und Salsa in den Vordergrund. Kongaspieler Elio Rodriguez Luis versucht das Publikum mit einer Tanzeinlage zu animieren. Schlagzeuger Tim Hahn fordert die Zuschauer heraus: Er klatscht, alle anderen klatschen den Rhythmus nach. Bei einer Mischung aus Walzer und karibischen Klängen trauen sich schließlich Christine Reles und ihre Tochter Rosa van der Poel aus dem Publikum vor die Bühne und tanzen im Scheinwerferlicht. "Ich habe eigentlich nur auf den Moment gewartet, in dem man tanzen kann," sagt Reles im Anschluss. Dynamik und Tempo der Musik reißen das Publikum zunehmend mit und spätestens bei "Beethoven und seinem stärksten Mambo" sind fast alle aufgestanden, um zu tanzen. Nach mehreren Zugaben schließen die Musiker den Abend beschaulich mit "Der Mond ist aufgegangen". Danach gibt es tosenden Applaus für Band und Orchester. Im Anschluss lädt das Theater zu seiner Late-Night-Reihe One-Night-Stand. Peter Larsen, Dramaturg am Theater Trier, führt auf einer Couch im Foyer des Theaters durch den Abend. Zu Gast ist unter anderem TV-Redakteurin Mandy Radics, die über ihre Leidenschaft zum Salsa spricht: "Salsa ist nicht nur ein Tanz, sondern ein Lebensgefühl." Larsen begrüßt auch mehrere südamerikanische Ensemblemitgliedern des Theaters; die Gespräche sind teilweise etwas lang und das Foyer leert sich zunehmend. Mit Salsa Locomotiva und Salsa City sind auch zwei lokale Tanzschulen vetreten, die das Publikum mit einem kurzen Tanz begeistern.
Extra

Es ist bereits das zweite Zusatzkonzert, das die Klazz Brothers & Cuba Percussion in der Weltmusik-Reihe des Theaters Trier nach ihrem ersten Auftritt im Februar geben. Im Jahr 2000 begegneten die Klazz Brothers auf einer Kuba-Tournee den Musikern Alexis Herrera Estevez und Elio Rodruiguez Luis. Ein spontanes Zusammenspiel legte den Grundstein für die mittlerweile mehrfach ausgezeichnete Combo. Mit dem Projekt Symphonic Salsa werden mit Hilfe eines Orchesters klassische Musikstücke zu einer Mischung aus klassischen Stücken, Salsa und Jazz verarbeitet. Mit ihrem Auftritt präsentiert die Band ihr neues Album Classic meets Cuba 2. lekr