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Begeisterung beim Sommer-Gipfel der Trierer Jazz-Szene

Begeisterung beim Sommer-Gipfel der Trierer Jazz-Szene

So viel Resonanz erzielen selbst internationale Topbands selten: Zum "Regional-Festival" des Jazz-Clubs Trier sind rund 500 Zuschauer in den Brunnenhof gekommen. Sie erlebten drei ganz unterschiedlich ausgerichtete Formationen aus Trier, die keinen Vergleich mit überregionalen Größen zu scheuen brauchen.

Trier. "Wir haben euch einiges geboten für acht Euro", rief ein sichtlich zufriedener Jazzclub-Chef Nils Thoma beim Schlussapplaus dem Publikum zu, das den lauschigen Jazz-Abend im Schatten der Porta drei Stunden lang genossen hatte.
Auf der Bühne gab es einen spannenden Mix von alten Bekannten der Szene und relativ neuen Gesichtern. Wie etwa die Sängerin Nadine Woog, die - noch etwas schüchtern im Auftreten, aber gut bei Stimme - seit vergangenem Jahr die Formation Jazzonanz um die Bassistin Tanja Silcher verstärkt. Das Quintett lieferte zum Start Jazz- und Swing-Standards, von denen besonders die coolen Cole-Porter-Songs im Ohr haften blieben.
Drei Größen der Szene dann bei The Blue Drive: Ralph Brauner (Gitarre, Gesang), Erhard Wollmann (Bass) und Oliver Rohles (Schlagzeug, Gesang) demonstrierten eindrucksvoll, dass exzellente Musiker trotz aller Solo-Qualitäten mannschaftsdienlich spielen können. Ergebnis: ein handfester und doch relaxter, stilistisch variabler Blues.
Den meisten Mut zur jazzigen Dissonanz bewiesen die neun Musiker von NilsWills. Nach längerer Pause meldete sich die teilweise neu formierte Band um Arrangeur und Saxophonist Nils Thoma mit den bekannt eigenwilligen Interpretationen eigener und fremder Titel fulminant auf der Bühne zurück. Eine Sensation: Der Trompeter Luca Simonelli. Von der Ur-Besetzung ist Bassist Stefan Zawar-Schlegel noch dabei, drumherum gruppieren sich versierte Musiker aus unterschiedlichen Generationen. Besonders starkes Stück: John Luries "Snakes can\'t sleep". Eine spannende Band mit interessanten Entwicklungsperspektiven. DiLExtra

Das offizielle Abschlusskonzert der "Jazz im Brunnenhof"-Reihe spielen am Donnerstag, 29. August, um 20 Uhr die Soneros de Verdad. Die acht Musiker haben Klänge aus Kuba im Gepäck. Einen Nachschlag gibt es im September: Das ausgefallene Konzert mit Breinschmid&Gansch wird am Dienstag, 17. September, 20 Uhr, nachgeholt. DiL