Beim Mark-Forster-Konzert in Losheim am See feiern 19 000 zumeist junge Fans

Open Air Konzert : Mark Forster: Pfälzischer Lausbub bringt die Menge zum Beben

Beim ausverkauften Mark Forster-Konzert in Losheim am See feiern 19 000 zumeist junge Fans.

„Verdammt, Losheim, seid ihr viele“, begrüßt Mark Forster sein Publikum am Freitagabend. 19 000 Menschen, um genau zu sein, haben ein Ticket für das Konzert im Rahmen seiner „Liebe“-Tour ergattert, das bereits Ende April ausverkauft war. Vor allem junge Fans sind ins Strandbad am Losheimer See gekommen, um den Sänger mit Brille, Bart und Käppi live und draußen zu erleben.

„Darf ich Losheim abkürzen und Losi sagen?“, fragt Forster dann, als er mit halbstündiger Verspätung auf die Bühne kommt. Von da an spricht der gebürtige Pfälzer seine Fans immer wieder so an, ruft: „Losi, geht’s euch gut?“, und feuert mit „Losi, Losi, Losi!“ die Menge an.

Mit „Flash mich“ und „Einmal“ als erste Songs reißt Forster sein Publikum, das textsicher mitsingt, von Anfang an mit. Aber auch bei weniger bekannten Songs wie „Nimmerland“, „Karton“ und „747“ kennen die Fans, von denen einige noch keine zehn Jahre alt sind, jede Zeile auswendig.

Dass so viele Kinder zu den Konzertbesuchern zählen, ist kaum verwunderlich. Seit 2015 ist Forster als Juror und Coach bei der Castingshow „The Voice Kids“ zu sehen. Bei den Kids punktet er besonders mit seiner spitzbübischen Art und seinen humorvollen Sprüchen. Damit die kleinen Fans auch einen guten Blick auf ihr Idol haben, tragen viele Eltern während des fast zweistündigen Konzerts ihre Sprösslinge auf den Schultern. Besonders findige Eltern hatten mit zwei Erwachsenen pro Kind gerechnet, um sich zwischendrin abwechseln zu können. Da müssen auch mal Fremde als Aufstiegshilfe assistieren.

„Losi, hier fühle ich mich wie zuhause. Ich komme ja aus Winnweiler, nur 70 Kilometer von hier“, sagt Forster. Auf seine Frage „Ist heute der Tag, an dem wir die Pfalz und das Saarland zusammenführen?“ erntet er allerdings Buh-Rufe und Lachen. Nein, Mark Forster kann an diesem Abend nichts zur Völkerverständigung zwischen Saarländern und Pfälzern beitragen. Der guten Stimmung tut das keinen Abbruch. Der Wahl-Berliner steckt voller Energie, tanzt und hopst auf der Bühne herum, dass man leicht vergisst, dass der Sänger mit dem Lausbuben-Charme nicht mehr zwölf, sondern 35 Jahre alt ist.

Beim Lied „Genau wie du“, das er seinem Vater gewidmet hat, zeigt Forster, dass ihm auch die ruhigen Töne und das Klavierspielen liegen. An einem mit Leuchtstreifen beklebten Piano spielt er allein und singt „Ich hab‘ ‚n kleinen Knubbel am Hinterkopf. Der tut nicht weh, macht auch keinen Sinn, war aber immer dort. Und ich weiß genau, du hast den auch.“

Bei „Kogong“ holt er sein halbes „Orchesterchen“, wie er liebevoll seine Band nennt, und singt, begleitet von zwei Akustikgitarren und zwei Backgroundsängerinnen, sodass sich das Strandbad in ein wogendes Handylichtermeer verwandelt.

„Ihr fragt euch sicher: Wo bleibt der Stargast?“ Die kurz aufgeflammte Hoffnung auf einen weiteren Star seiner Fans zerstört Forster allerdings direkt wieder. „Es kommt keiner, weil ich mich nicht drum gekümmert habe. Ich hatte keine Zeit“, sagt er und zuckt entschuldigend die Schultern. Sein Gegenvorschlag: Einen Promi per Video-Anruf dazuholen. Bei einem inszenierten Video-Anruf erreicht er Rapper Sido, der mit ihm den Song „Danke Danke“ performt.

Zum Abschluss heizt Forster mit „Wir sind groß“ und „Au revoir“ ein, bevor er dann bei der Zugabe mit „Auf dem Weg“, „Like a Lion“, „Stimme“ und „Chöre“ alles aus seinem Equipment, der Band und seinen Beinen rausholt. Während die Konfettikanone weiße Papierschnipsel und Luftschlangen in die Luft  schießt, verausgaben sich Band und Sänger, springen, schmeißen abwechselnd die rechte und die linke Hand in die Luft. Auch das Publikum tobt und hüpft im Takt.

Als wirklich letzten Song singt er „Bauch und Kopf“ und verabschiedet sich von seinen Fans mit einem funkelnden Feuerwerk.

Wer frühzeitig da war, erlebte mit Supportact Lutz Rode einen überzeugenden Singer-Songwriter, der mit einer rauchigen Stimme und deutschen Texten berührte, etwa wenn er sang: „Nur ein Zuhause braucht jeder Mensch zum Schutz und Trutz vor Wind und Regen.“

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