Bekannte Lieder in neuem Gewand

Gerolstein · Die Global Kryner verbinden unterschiedlichste Musikstile - und auch ihr Publikum ist bunt gemischt. 300 Gäste sind am Samstag zum Konzert in den Gerolsteiner Lokschuppen gekommen, um die Österreicher live zu erleben.

Gerolstein. Erst Neue Deutsche Welle mit der Band Klimaschock, dann bayerische Traditionsmärsche mit der Stadtkapelle Neunburg vorm Wald: Schon die beiden Vorgruppen von Global Kryner lassen die musikalische Bandbreite des Abends im Gerolsteiner Lokschuppen erahnen.
Denn das, was die fünf österreichischen Musiker und Sängerin Sabine Stieger den 300 Zuhörern bieten, ist ein höchst unterhaltsamer Mix unterschiedlichster Stile.
Culcha Candela und Peter Alexander, Herbert Grönemeyer und Rammstein - eine solche Zusammenstellung würde sich in Zeiten des Formatradios wohl kein Hörfunksender mehr zu spielen trauen.
Dass die Musik der Global Kryner dennoch nicht in Beliebigkeit abgleitet, liegt daran, dass sie ihren eigenen unverwechselbaren Sound geschaffen haben. Der lehnt sich vordergründig an die Oberkrainer Blasmusik von Slavko Avsenik an, nimmt aber auch Elemente von Jazz, Pop oder Soul spielerisch mit auf.
Getrieben von ihrer Spielfreude und der Lust am Experimentieren gelingt es Global Kryner, die Stücke aus ihrem gewohnten Gewand herauszulösen, nicht um sie bloß zustellen, sondern um sie neu einzukleiden. So vermitteln sie den Hörern immer wieder überraschende Klangeindrücke: "Volksmusik mit Hip-Hop-Feeling" wollen sie im Lokschuppen verbreiten, wenn Stieger ihren "Monsta"-Blick aufsetzt und ihren "Monsta"-Body zum Culcha-Candela-Hit in Schwingung versetzt. Und ihre fröhliche Version von "Engel" hätten sie von den "Original fidelen Rammsteinern" übernommen.
Doch auch eigene Lieder haben die Global Kryner im Gepäck: Darin besingen sie vorwiegend ihre österreichische Heimat - mit einem Dankeschön für die "Schneekanonen im Abendrot" oder einer Ode an die "Lärmschutzwand" entlang der Autobahn zum Flughafen Wien-Schwechat.
Das Gerolsteiner Publikum spendet stürmischen Beifall und bekommt dafür mehrere Zu gaben. Zum Abschluss erklingt "We are the Champions" - im Drei-Viertel-Takt mit einem Hauch von Wiener Walzerseligkeit. daj

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