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Berliner Jazzquartett Yakou Tribe mit Jan von Klewitz beeindruckt in Wittlich

Jazz : Musik wie ein warmer Sommertag

Berliner Jazzquartett Yakou Tribe beeindruckt in Wittlich mit Virtuosität und vielschichtigen Programm.

Yakou Tribe lässt die etwa 50 Besucher schon gleich zu Beginn des Konzerts in den Strom einer Großstadt eintauchen. Mit treibenden Rhythmen von Rainer Winch und den dagegen- und mithaltenden Passagen von Jan von Klewitz am Saxofon wurde man gleich in die Tiefen des Jazz geworfen. Dann war Anton an der Reihe. So heißt von Klewitz’ Hund, dem der Saxofonist ein Stück gewidmet hat. Es hat einen frischen Sound, bei dem man sich abseits der Großstadt auf einem Spazierweg zwischen Feldern am frühen Morgen fühlen konnte – mit klaren Melodieverläufen, Akzenten und Platz für Solos.

Die Band Yakou Tribe, die seit 20 Jahren zusammenspielt, hat fünf Alben gemeinsam vorgelegt. Die aktuelle CD heißt „Out of Sight“, von der einiges in Wittlich zu hören war. Man merkt den Musikern an, wie sehr sie darin aufgehen, als Team zu spielen und es gar nicht anders wollen. Es sind Kompositionen von allen Bandmitgliedern zu hören, sie klingen sehr homogen, ohne dass es trivial wird. Jeder gibt den anderen Raum, so entstehen viele verschiedene Klangfarben, zu denen jeder der Musiker etwas beträgt. Wenn Kai Brückner beispielsweise in „a Giant Leap for Mankind“ spannende Harmonien und große Leichtigkeit erzeugt, die sich auf die Besucher überträgt, Jan von Klewitz mit seinem außergewöhnlich vollen und singenden Ton diese Stimmung verstärkt, kann man sich diesen großen „Schritt für die Menschheit“ sehr gut vorstellen.

Pepe Berns am Bass hat sich mit seinen kreativen Linien, seiner Eleganz, Einwürfen und überraschendem Nachhall eingebracht und zur Vielschichtigkeit und Homogenität des Abends beigetragen. Bei Rainer Winch am Schlagzeug konnte es auch durchaus mal brachial zugehen wie gleich zu Beginn des Abends, er konnte aber auch sehr zurückhaltend Spannungen erzeugen und die Band tragen.

Jan von Klewitz ist in der Region Trier bestens bekannt. Er spielte unter anderem 2017 mit Markus Burger und dem Athos Ensemble beim Mosel- Musikfestival in der Basilika in Trier. 2019 waren war er mit dieser Formation in der Wallfahrtskirche Klausen zu Gast, dabei widmeten sie sich den schönsten deutschen Volksliedern. In Wittlich hat er mit Yakou Tribe auch rockige Elemente, unter anderem bei Westray Gospel, gespielt, was bei den Zuhörern sehr gut ankam. Insgesamt bewegten sie sich stilistisch zwischen Folk und Progressive Rock mit Jazzelementen.

Die Musiker und auch der Veranstalter, der Jazzclub Wittlich, waren sehr froh, dass das Casino gut besucht war. Jan von Klewitz meinte: „Ich dachte, es kommt heute überhaupt keiner.“

Für das geplante Konzert mit dem Steve Kuhn Trio am Donnerstag, 23. April, ist noch unklar, ob es wegen der Corona-Pandemie stattfinden kann. Der Jazzclub will darüber, sobald Klarheit besteht, informieren. Derweil haben die anwesenden Besucher das Konzert mit Yakou Tribe genossen und die Musiker nicht ohne Zugaben zurück nach Berlin fahren lassen.