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Bescheiden, aber mit viel Charakter

Aus der Froschperspektive wirkt die Schuke-Orgel gewaltig. Für den großen Raum der Basilika ist sie jedoch nur eine Minimallösung. TV-Foto: Archiv/ Gerhard W. Kluth
Aus der Froschperspektive wirkt die Schuke-Orgel gewaltig. Für den großen Raum der Basilika ist sie jedoch nur eine Minimallösung. TV-Foto: Archiv/ Gerhard W. Kluth
Trier. Die Orgel ist für viele die Königin der Instrumente. In der Trierer Konstantin-Basilika feiert die "Monarchin" in diesem Jahr ihr goldenes Jubiläum. Am Sonntag gibt es ein Konzert zum 50. Geburtstag. Gerhard W. Kluth

Trier. Trier ist eine Orgelstadt. Es gibt kaum eine Region in der Bundesrepublik, in der Orgelkonzerte so viel Zuspruch erfahren wie an der Mosel. Wesentlich dazu beigetragen hat das Instrument der Konstantin-Basilika, das am 3. Juni 1962 eingeweiht wurde. Skeptisch haben damals die Fachleute das Projekt des Berliner Orgelbauers Karl Schuke beäugt und offen Zweifel geäußert, ob man mit so einer kleinen Lösung solch einen großen Raum wirklich füllen kann. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und kann es immer noch. Zugegeben: Größe und Standort waren von Anfang an eine Kompromisslösung. Aber es ist ein Kompromiss geworden, der bis heute beispielgebend dafür ist, wie man auch mit beschränkten Mitteln eine Orgel bauen kann, die zu weit mehr in der Lage ist, als nur den Gemeindegesang zu begleiten.
Schuke ist es gelungen, trotz beschränkter Registerzahl eine Orgel zu bauen, deren Bandbreite man nur als atemberaubend bezeichnen kann. Dabei ist keine Universalorgel entstanden, wie es damals vielfach üblich war. Der im wesentlichen barocke Charakter des Instruments ist aber so weit gefasst, dass die Organisten ihre Hand durchaus auch in den Bereich der Romantik ausstrecken dürfen. Im Verlauf der vergangenen fünf Jahrzehnte sind viele Fachleute und Orgelbegeisterte in die Basilika gepilgert, um das Geheimnis dieses Instrumentes zu ergründen.
Gerade entsteht in Bautzen die neue Hauptorgel für die Basilika. Wenn sie Ende 2014 eingeweiht wird, braucht man sich um die kleine Schwester keine Sorgen zu machen. Sie hat ihren Platz und wird weiterhin ihre Stimme erheben. Kompromisslos.
Am kommenden Sonntag, 3. Juni, wird Kantor Martin Bambauer um 11.30 Uhr ein Matineekonzert spielen. Er hat dazu das Programm einstudiert, mit dem die Orgel vor genau 50 Jahren eingeweiht wurde. Der Eintritt ist frei. Es wird um Spenden für die neue Orgel gebeten.Extra

Im Jahr 2014 wird die neue Basilika-Orgel eingeweiht. An den Kosten von über drei Millionen Euro, die in erster Linie vom Land Rheinland-Pfalz getragen werden, muss sich die Evangelische Kirchengemeinde Trier mit zehn Prozent beteiligen. Dazu hat die Gemeinde eine Pfeifenpatenschaftsaktion ins Leben gerufen. Mit einem Betrag zwischen 50 und 5000 Euro kann man helfen, die große Basilika-Orgel Wirklichkeit werden zu lassen. 793 Pfeifen stehen zur Auswahl, so dass sich jeder ein individuelles "Patenkind" aussuchen kann. Spender können ihren Namen auf einer Tafel verewigen lassen. gklWeitere Informationen auf www.basilika-orgel.de