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"Bildvisionen in berauschender Schönheit"

"Bildvisionen in berauschender Schönheit"

In vier Jahre langer Arbeit sind die elf Folgen von "Heimat 1" des aus Morbach stammenden Filmregisseurs Edgar Reitz digital überarbeitet worden. Am Wochenende werden in Mainz die restaurierten Versionen erstmals öffentlich gezeigt.

Morbach/Mainz. 1984 wurde er erstmals im Fernsehen ausgestrahlt, an diesem Wochenende steht der erste Teil der "Heimat"-Trilogie des aus Morbach stammenden Filmregisseurs Edgar Reitz wieder im Fokus des Interesses. Dann wird in Mainz die restaurierte digitale Version der elfteiligen Serie gezeigt. Sie erzählt vom Leben einer bäuerlichen Familie im fiktiven Hunsrückort Schabbach und begleitet deren Schicksal ab 1919.
Die Überarbeitung war notwendig geworden, da die letzte verbliebene Filmkopie nicht mehr abspielbar war. Auch das Originalnegativ im Bundesarchiv war nicht mehr kopierfähig gewesen, sagt Regisseur Edgar Reitz. Innerhalb von vier Jahren haben er, Kameramann Gernot Roll und sein Sohn Christian Reitz, der die Arbeiten leitete, die elf Folgen komplett restauriert und so für die Nachwelt erhalten.
Die Filme bestehen aus 1,5 Millionen Fotos, die einzeln beurteilt und angepasst werden mussten, berichtet Christian Reitz. Zudem mussten alle Originaltöne mit dem digitalen Filmbild synchronisiert werden. Dadurch sei eine Qualität erzielt worden, wie sie mit 35-Millimeter-Kinokopien nicht möglich gewesen sei.
"Edgar Reitz hat dem Hunsrück und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern mit seinen Heimat-Filmen weltweit einen Platz in der Filmgeschichte gesichert", erklärten die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Kulturministerin Vera Reiß im Vorfeld der ersten Präsentation der digital restaurierten Kinofassung. Mit 136 000 Euro haben die Stiftung für Kultur Rheinland-Pfalz und die Kulturstiftung des Bundes die Arbeiten unterstützt. Die Restaurierung von "Heimat - Eine deutsche Chronik" sei sowohl aus kultur- als auch aus bildungspolitischer Sicht bedeutend gewesen. So sichere man das Lebenswerk des wohl bedeutendsten rheinland-pfälzischen Filmemachers.
"Viele Bildvisionen, die mit der analogen Technik bei den Dreharbeiten 1980 noch nicht hatten realisiert werden können, gelangen uns jetzt bei der Herstellung des digitalen Materials in berauschender Schönheit", urteilt der Regisseur selbst.cst
Extra

Die elf digital restaurierten Folgen von "Heimat 1" werden am Wochenende im Frankfurter Hof in Mainz erstmals gezeigt. Samstag, 7. Februar: 13 Uhr Begrüßung mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Kulturdezernentin Marianne Grosse und Edgar Reitz. Ab 14 Uhr: "Heimat 1", Folgen eins bis sechs. Sonntag, 8. Februar: 11 Uhr Matinee, Kulturstaatssekretär Walter Schumacher im Gespräch mit Edgar Reitz. Ab 13.30 Uhr: "Heimat 1", Folgen sieben bis elf. cst