Blueprint

(A.W.) In "Blueprint" spielt Deutschlands Vorzeige-Schauspielerin Franka Potente ihre lang angekündigte Doppelrolle als Mutter und geklonte Tochter. Wer hätte es anders erwartet - sie meistert auch diese spezielle Aufgabe mit Bravour. Leider wird der dazugehörige Film wohl nicht lange im Gedächtnis haften bleiben. In Kanadas Wäldern führt die junge Frau Siri ein beneidenswertes, wenn auch einsames Leben. Sie hat sich der Beobachtung von Wapitis verschrieben und ist auch selbst ein scheues Reh. Siri kommt nur mit Menschen in Kontakt, wenn sie im hinterwäldlerischen Tante-Emma-Laden ihre Waren des täglichen Bedarfs abholt. Als in ihrer lauschigen Holzhütte das Bildtelefon läutet, erscheint am anderen Ende sie selbst in einer wesentlich älteren Version. Mutter Iris fleht Siri an, nach Hause zu kommen - ein Gedanke, von dem die junge Frau offensichtlich wenig angetan ist. Warum, das verrät der Rückblick in eine Zeit vor 20 Jahren. Iris Sellin ist eine weltberühmte Pianistin. Aber ihre Tage im Scheinwerferlicht sind gezählt, Multiple Sklerose lautet die Diagnose. Weil Iris nichts mehr liebt als sich selbst und ihre wunderbare Kunst, schmiedet sie einen wirren Plan. Der Arzt Martin Fischer (Ulrich Thomsen) soll Iris auf semi-offiziellem Wege ein Kind schenken, das genetisch mit Mama identisch ist. In diesem Klon wird das Talent der Mutter überleben Der sympathische Regisseur Rolf Schübel ("Gloomy Sunday") inszenierte den Bestseller von Charlotte Kerner mit einigen Schwächen. "Blueprint" ist in einer nahen Zukunft angesiedelt, was aber nur durch einige wenige technische Gimmicks zum Ausdruck kommt. Trotzdem wirkt die gesamte Szenerie seltsam steril. Der Film will sich mit den ethischen Problemen des Klonens auseinandersetzen, indem er ein Einzelschicksal beleuchtet. Da der Mutter-Tochter-Konflikt aber nicht wirklich nahe geht, verfehlt "Blueprint" dieses Klassenziel. Schade, denn Franka Potente ist einmal mehr ganz groß. (Ab 1. Januar im Kino)