Börsenblatt zeichnet Trierer Literatur-Blogger Florian Valerius aus

Literatur : Noch ein Preis für Trierer Literatur-Blogger

Er schreibt über Bücher, er schreibt übers Leben. Nun hat Florian Valerius die Publikumswahl des „Börsenblatts“ gewonnen.

16 062 Menschen folgen ihm auf Instagram. Sie erfahren, welche Bücher ihn zutiefst berühren, welche er lehrreich, witzig oder „einfach geil“ findet, bei welchen Autoren er nach ein paar Seiten aussteigt oder welche Geschichten „vollkommen hanebüchen“ sind. Sie trauern mit ihm um seine verstorbene Mutter, begutachten sein neues Tattoo – ein aufgeschlagenes Buch – begleiten ihn auf seinen literarischen Reisen, diskutieren mit ihm und beglückwünschen ihn zu seinen Preisen. Und Preise hat Florian Valerius, Filialleiter der Stephanus Unibuchhandlung in Trier, reichlich bekommen, seit er bei Instagram in seinem Account @literarischernerd anfing zu bloggen.

Nun ist ein weiterer Preis hinzugekommen: Bei der Publikumswahl des Fachmagazins „Börsenblatt“ konnte der 36-jährige Blogger und Buchautor mehr digitale Kreuzchen sammeln als die anderen neun Kandidaten. Im Business Club der Frankfurter Buchmesse wird er am 16. Oktober die Auszeichnung #yeaward19 der Börsenvereinsgruppe erhalten, die die Interessenvertretung der deutschen Buchbranche ist.

„Das ist großartig“, sagt er. Es sei eine tolle Wertschätzung für die Arbeit, in die er seit drei Jahren seine freie Zeit investiert. 2016 hatte Valerius mit dem Bloggen begonnen. „Aus Langeweile“, wie er sagt. Denn es war Fußball-WM und er hasse Fußball. Da er gerade zutiefst beeindruckt von einer Japan-Reise zurückgekehrt war, fragte er sich, was er mit all den Tokio-Fotos anstellen könnte und startete seinen Instagram-Account – auf dem er allerdings statt Tokio-Bildern Literaturtipps veröffentlichte. Zwei bis drei Titel stellt der Trierer seitdem jede Woche vor. Und er genießt es zu sehen, „wie viele Leute, die virtuell unterwegs sind, noch lesen, wie begeisterungsfähig sie für Literatur und Geschichten sind“ – und er freut sich als Buchhändler natürlich auch, dass seine Leser kaufen, was er empfiehlt.

„Die Empfehlungen von Florian Valerius sind sehr gefragt – im Laden wie im Netz“, teilt die Börsenvereinsgruppe mit. Einer der Gründe für den Erfolg des Blogs könnte die Offenheit sein, mit der Valerius nicht nur über Literatur, sondern auch über sein eigenes Leben und seine Gefühle schreibt. Es gebe viele Leute, die ihn daraufhin privat kontaktieren. „Das ist oft sehr berührend“, sagt er. Valerius’ Engagement in den sozialen Medien wurde 2017 beim ersten Buchblog-Award vom Börsenverein mit dem Sonderpreis belohnt. Seitdem hat der Buchhändler sich im In- und Ausland einen Namen als Experte gemacht. Aktuell ist er Juror des Deutschen Verlagspreises. In Kürze erscheint sein Buch „Leseglück. 99 Bücher, die gute Laune machen“ (arsEdition), das er im September gemeinsam mit seiner österreichischen Co-Autorin Mareike Fallwickl auf einer Lesereise quer durch Deutschland vorstellen wird (siehe Info).

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