Britischer Humor am Moselufer

Britischer Humor am Moselufer

Das Ukulele Orchestra of Great Britain begeistert mit Witz und eigenwilligen, aber gekonnten Interpretationen bekannter Lieder.

Bernkastel-Kues Ein Picknick im Grünen und anschließend ein nettes Konzert mit viel Spaß: Das haben 700 Gäste in den Moselauen in Bernkastel-Kues im Rahmen des Mosel Musikfestivals erlebt. Schon früh sind die Zuschauer gekommen, teilweise mit Campingstühlen, Decken und Picknickkoffern, aus denen sie ihre Plastikschüsseln mit Obst, Käse und Brot sowie die unvermeidliche Flasche Wein hervorgeholt haben, um es sich bis zum Beginn des Konzerts mit dem Ukulele Orchestra of Great Britain gutgehen zu lassen.
Und die Wahl des achtköpfigen Orchesters hat sich für diesen Abend als ideal herausgestellt. Zum einen hat die unterhaltende Musik auf der laut Tobias Scharfenberger, künftiger Intendant des Mosel Musikfestivals, "wunderbaren Picknickwiese Moselauen" die Stimmung der Zuschauer genau getroffen.
Zum anderen erweisen sich die Musiker als Meister ihres Fachs, die mit ihren acht gitarrenähnlichen Instrumenten bekannte Lieder auf ganz eigene Art und Weise arrangieren. Ihr Repertoire reicht von Pharell Williams "Happy" bis hin zu Steppenwolfs "Born to be wild" - ein Klassiker der Rockmusik, den viele wohl erstmals in einer solchen Version gehört haben.
Direkt von Anfang an ist das Publikum dabei, singt und klatscht den Rhythmus der Lieder mit. Dabei glänzen die acht Engländer mit typisch britischem Humor, wenn sie mit bierernster Miene von der Bühne blicken und ihnen trotzdem anzumerken ist, wie ihnen der Schalk im Nacken sitzt.
Da wundern sie sich über das deutsche Suchtverhalten (Bauer sucht Frau), fragen nach Fans von Countrymusik, um sofort ein Reggaelied anzusagen oder kündigen Lieder an, die von einem Plagiat handeln: "Es war aber nicht unsere Idee." Einer der Höhepunkte des Abends ist ein Medley, bei denen einer der Akteure David Bowies "Life on Mars" anstimmt, über das andere Mitglieder des Orchesters Lieder setzen wie Frank Sinatras "My Way" oder "Substitute" von The Who: Ein geplantes und gekonntes Chaos, das die Zuschauer packt. Dabei merkt man den Mitgliedern des Orchesters an, wie viel Spaß ihnen der Auftritt macht, bei dem sie ihren Humor und ihre gute Laune auf das Publikum übertragen.
Den Veranstaltern ist das Glück treu geblieben. Denn für ein solches Event sind sie auf trockenes Wetter angewiesen. Zwar tröpfelte es zeitweise leicht. Doch hat dies niemanden gestört.
Das Picknick Open-Air soll laut Intendant Hermann Lewen in den kommenden Jahren eine Fortsetzung erfahren. Jeder Zuschauer, der bei diesem Konzert dabei gewesen ist, wird dies begrüßen.