Buddha im Stahlwerk

232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2000 Jahren zeigt das Weltkulturerbe Völklinger Hütte von diesem Samstag an. Die Meisterwerke geben einen einzigartigen Überblick über die buddhistische Kunst Asiens vom ersten Jahrhundert vor Christus bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Sie stammen ausschließlich aus Privatsammlungen und waren in diesem Umfang noch nie zu sehen.

Völklingen. Bevor an diesem Samstag die Ausstellung von 232 Meisterwerken buddhistischer Kunst aus 2000 Jahren im Weltkulturerbe Völklinger Hütte eröffnet wird, legen Dutzende Mitarbeiter letzte Hand an die Kunstobjekte, die alle aus Privatsammlungen rund um den Globus stammen und in diesem Umfang noch nie zu sehen waren. Ein großer Teil der Exponate wird zum ersten Mal öffentlich gezeigt.
Ein Elektriker kniet auf dem Teppichboden und bringt die letzten Lichtinstallationen an den Fußleisten an, streng begutachtet der Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, Meinrad Maria Grewenig, die Positionen der Exponate. Mit weißen Handschuhen heben drei Mitarbeiter den "Stehenden Buddha" an. Die 1,75 Meter große und vergoldete Bronze-Statue stammt aus dem 14. Jahrhundert, wie bei allen Exponaten ist hier absolute Vorsicht angesagt. Im Hintergrund ist der Lärm einer Sägemaschine zu hören, es riecht nach Holz, das Licht ist gedämpft. Einige Ausstellungsstücke stehen mit weißem Papier oder Luftpolsterfolie verhüllt auf ihren blauen Blöcken, die schützenden Glaskästen fehlen noch.Gänsehaut beim Eintreten


Seit zwei Wochen arbeiten Elektriker, Maler, Tapezierer und Schreiner gemeinsam mit einem Projekt-Team und Mitarbeitern des Weltkulturerbes Tag und Nacht am Aufbau der "bedeutendsten Ausstellung pan-asiatischer Kunstwerke, die je durchgeführt wurde", wie Grewenig sie bezeichnet, etwa 60 Menschen sind es insgesamt. Am heutigen Donnerstag muss alles fertig sein. Denn am Samstag, 25. Juni, eröffnet in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte die große Ausstellung "Buddha. Sammler öffnen ihre Schatzkammer - 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2000 Jahren".
Bis dahin schützt ein dreifacher Sicherheitsring das Ausstellungsgelände, ohne Ausweis darf niemand das Gelände betreten. Die Exponate selbst sind mehrfach gesichert, Wachleute sorgen für zusätzliche Sicherheit. "Der Wert dieser Ausstellung ist gigantisch", berichtet Grewenig. Kunst-Speditionen brachten Werke aus der antiken Region Gandhara sowie aus Indien, China, Japan, Kambodscha, Thailand, Burma, Indonesien, Nepal und Tibet nach Völklingen. Die Ausstellung ist nach den Herkunftsländern der Exponate gegliedert, die Station Tibet ist die größte. "Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich die Halle betrete", sagt Generaldirektor Grewenig.
Seit zehn Jahren habe er die Ideen für diese besondere Ausstellung schon im Kopf, nun sei es endlich soweit. Alle Objekte stammen aus Privatsammlungen und waren in diesem Umfang noch nie zu sehen. "Die Ausstellung soll auch den Dialog zwischen den Religionen fördern", so Grewenig. Neben Skulpturen aus Bronze, Gold, Stein und Holz bietet die Ausstellung den Besuchern auch einen Meditationsraum, in dem sie zur Ruhe kommen können. Den Raum mit den hohen Decken schmücken tibetische Gebetsfahnen und riesige Meditationsgemälde. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den "Pfad der Erleuchtung" zu begehen: Acht Meditationsstationen, die auf dem Gelände verteilt sind, sollen die Besucher auf dem Weg zur Erkenntnis begleiten. "Die Stationen arbeiten mit Klängen und Bildern, die im Einklang mit der Hütte stehen", mehr will Grewenig über den Pfad nicht verraten.Extra

Die Vorbereitungen sollen heute abgeschlossen werden: Hier wird der 1,75 Meter große „Strahlende Buddha“ aus vergoldeter Bronze in Position gebracht. Fotos (2) : Rolf Ruppenthal, Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Foto: rup (g_kultur

Die Buddha-Ausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt ab Samstag 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2000 Jahren. Sie stammen aus Privatsammlungen rund um den Globus und waren in diesem Umfang noch nie zu sehen. Ein großer Teil der Exponate wird zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Die Kunstwerke aus der antiken Region Gandhara (im damaligen Nordwestindien) sowie aus Indien, China, Japan, Kambodscha, Thailand, Burma, Indonesien, Nepal und Tibet geben einen Überblick über die buddhistische Kunst Asiens vom ersten Jahrhundert vor Christus bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die Schau bedeutet laut Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, für sein Haus "einen Quantensprung in den kulturhistorischen Ausstellungen. Zum ersten Mal zeigen wir nicht nur außergewöhnliche Meisterwerke, sondern thematisieren eine Weltanschauung, die noch heute globale Bedeutung hat und Ziel vieler westlicher Menschen ist." In der Ausstellung können die Besucher laut Grewenig "die Aura des Buddha spüren". Schirmherr der Ausstellung ist der XIV. Dalai Lama. Kooperationspartner des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ist das Tibethaus Deutschland in Frankfurt am Main. Zur Buddha-Ausstellung wird auch ein "Pfad der Erleuchtung" mit acht Meditationsstationen eingerichtet. Zusammen mit dem umfangreichen Begleitprogramm öffnet die Ausstellung ein Portal zur buddhistischen Kultur Asiens. Die Buddha-Ausstellung ist vom 25. Juni bis zum 19. Februar 2017, täglich ab 10 Uhr, im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zu sehen. Begleitend findet ab Samstag die Ausstellung "Steve McCurry. Buddhismus - Fotografien 1985 bis 2013" statt, die am 6. November endet. jaf/red

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