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Bülent Ceylan spricht über seine Diät, seine Haare und Frauen

Kostenpflichtiger Inhalt: Interview : Bülent Ceylan: „Meine ‚Luschtobjekte’ sind Nutella und schöne Frauen“

Er ist einer der erfolgreichsten Comedians der Nation und füllt deutschlandweit Hallen: Bülent Ceylan spricht im Interview mit volksfreund.de über seine Diät, sein doch nicht so versautes Programm und seine Haare.

Auf der Bühne gibt Bülent Ceylan den Türken. Spricht man mit ihm und schließt die Augen, dann könnte er auch ein Rentner aus Mannheim sein. Tiefer Dialekt, lockere Art und kein Blatt vor dem Mund. Vor seinem Auftritt in Trier am 16. Februar, spricht einer der erfolgreichsten deutschen Comedians mit TV-Redaktionsmitglied Christian Thome über Haarpflege, Aufklärung und darüber, wieso er acht Kilo abgenommen hat.

Was ist ein „Luschtobjekt“?

BÜLENT CEYLAN Das kann vieles sein. Bei mir sind die Luschtobjekte schöne Frauen und Nutella.

In Kombination oder getrennt?

CEYLAN Gerne auch in Kombination (lacht). Viele haben jetzt mitbekommen, dass ich acht Kilo abgenommen habe. Das gibt mir nochmal mehr Druck. Aber das ist auch gut, weil dann hält man sich dran. Sonst isst man mal hier was, mal da was. Man muss schon diszipliniert sein.

Also können Sie sich jetzt nicht einfach so erlauben, nochmal drei Kilo zuzulegen während der Tour?

CEYLAN Nicht unbedingt. Das ist schwer, da man ja auch zwischendurch mal in den Urlaub geht. Und wie schnell sind zwei, drei Kilo wieder drauf? Aber ich habe das nicht nur fürs Programm gemacht, sondern weil es mir dadurch auch besser geht und man so ein paar Kilo nicht mehr mit sich mitschleppt. Wobei ich natürlich nie richtig dick war, aber man merkt das schon. Man zieht dann vielleicht mal ein Sakko übers T-Shirt, weil man schlanker aussieht. Man ist in der Öffentlichkeit, die Kamera zeigt auf einen – und durch die Kamera sieht man sowieso nochmal fünf bis zehn Kilo schwerer aus. Ich bin 1,81 Meter groß, wiege jetzt zwischen 80 und 82 Kilogramm, das ist ein gutes Kampfgewicht.

Sind Abnehmen und Gewicht halten schwerer, wenn man auf der Tour ist, oder wenn man Freizeit hat?

CEYLAN Privat ist es schlimmer. Auf der Tour kann man es besser kontrollieren. Wenn man zu Hause ist, dann kommt die Mutter und bringt Plätzchen mit, dann ist Weihnachten. Man ist dann im Freizeitmodus. Dass Weihnachten dazwischen war, hat es ganz schwierig gemacht. Aber ich habe da auch genetisch Glück.

Wieso?

CEYLAN Es gibt ja manche, die essen was und legen sofort zu. Meine Mutter hat erst im hohen Alter mal ein paar Kilo zulegt, wurde aber nie dick. Und die hat auch nie Sport gemacht. Ich mache ja auch auf der Bühne sehr viel, verbrenne da viele Kohlenhydrate, das ist wichtig.

Hat das Auswirkungen auf das neue Programm?

CEYLAN Viele sagen, dass es das beste Programm ist. So stark sei es von der Gag-Dichte her noch nie gewesen. Es klingt auch durch den Titel anrüchiger, als es ist.

Also geht es gar nicht so sehr nur um Sex?

CEYLAN Auch, klar. Natürlich muss ich, wenn ich auf die Bühne komme auch was dazu sagen, wie ich zu dem Titel komme. Aber ich habe Techniker, die sind seit 20 Jahren mit mir unterwegs, die sagen: ‚Bülent, du hattest schon Nummern, die waren wesentlich versauter als das Programm. Mit dem Titel verbindet man sofort mehr Erotik, als es am Ende ist. Das ist auch gut so, weil auch Kinder in mein Programm kommen. Und das will ich auch weiterhin. Natürlich wird es für einen Achtjährigen schwer sein, manche Dinge zu verstehen. Aber das Programm ist nicht erotischer als die anderen.

Die Jugendlichen, die zu Ihnen in die Show kommen, sind natürlich sehr viel in den sozialen Netzwerken unterwegs. Da sieht man auch viele Schönheitsideale. Glauben Sie, dass es für die Jugendlichen deswegen schwerer wird, mit sich zufrieden zu sein?

CEYLAN Social Media hat natürlich Vor- und Nachteile. Man kann sich natürlich schneller erkundigen, mehr Kontakte knüpfen oder sich wenn man künstlerisch begabt ist mehr präsentieren. Ich bin noch so ein Dino-Türk’. Mir ging es darum, ob ich ins Fernsehen komme oder nicht. Wenn du da reinkamst, dann wurdest du bekannt. Ich hatte das Glück, dass ich da sehr stark Fuß fassen konnte. Ich bin irgendwie auch froh, dass ich nicht über YouTube bekannt geworden bin. Wobei es auch Kollegen gibt, die sagen: ‚Die nehmen mich nicht, ich bin denen zu speziell’, die können sich dann auf YouTube präsentieren und da gibt es Leute, denen das gefällt. Heute brauchst du nicht mehr unbedingt das Fernsehen, um berühmt zu werden.

Sehen Sie die YouTuber als zusätzliche Konkurrenz?

CEYLAN Klar, die Konkurrenz ist schon größer geworden. Man merkt schon, dass mehr Comedians auftreten, die Veranstaltungen sind dichter getaktet. Musiker sind auch viel mehr Live unterwegs. Früher haben die eine Platte gemacht und waren dann mal für paar Wochen unterwegs. Da haben die Komiker die Live-Shows beherrscht, heute sind die Musiker genauso viel unterwegs. Der Zuschauer und der Fan, der überlegt schon: ‚Beim Bülent war ich vor zwei Jahren mal, muss ich da nochmal hin?’

Spielt da der Geldbeutel der Fans eine Rolle?

CEYLAN Natürlich. der Kuchen muss mehr aufgeteilt werden. Wenn ich mit Komikern spreche, die schon länger im Geschäft sind, die sagen, dass es bei ihnen damals nur ein paar Komiker waren, dann ist das schon was ganz anderes.

...und die schlechten Seiten an sozialen Netzwerken?

CEYLAN Klar, die gibt es auch. Natürlich nutze ich auch Social Media. Ich will auch mit der Zeit gehen. Ich bin 44, ich bin nicht zu alt, aber ich will es auch nicht übertreiben. Aber für die Jungen ist es schon schwieriger. Wenn du früher einen Urlaub gebucht hast und wolltest eine schöne Aussicht, dann hast du das Meer gemeint. Heute meinen die Jugendlichen mit schöner Aussicht, ob der Spiegel im Bad groß genug ist.

Also ist man kritischer mit sich selbst?

CEYLAN Ja! Auch die Frauen, Selfie hier, Selfie da. Und dann wird das Essen gepostet. Also da mache ich nicht mit. Es kann mal sein, dass ein Essen mal mega aussieht, dann geht das. Aber es gibt ja viele, die posten alles. Da entsteht ein Druck. Man ist zwar gegen Diktatur, aber lässt sich beherrschen.

Sie kritisieren diese Ideale, zeigen sich aber erst auf der Bühne, nachdem Sie acht Kilo abgenommen haben. Ist das ein Widerspruch?

CEYLAN Nein. Ich will was für die Gleichberechtigung tun. Frauen werden oft als Objekt angesehen und jetzt sage ich: ‚Ich bin euer Luschtobjekt’. Ich mache mich da auch drüber lustig. Also es geht nicht nur um Social Media, aber ich gehe auch auf die Zeit ein. Wie ist man früher aufgeklärt worden? Mit Biene und Blümchen. Das kann man moderner machen, mit ‚Smartphone trifft Ladegerät-Weibchen’ oder so (lacht).

Sie sagen, dass wir ‚Von der Generation Instagram lernen können?’. Was können wir lernen?

CEYLAN Das ist natürlich mit einem Augenzwinkern gemeint. Man kann lernen offener zu werden. Cool ist an den jungen Leuten, dass sie nicht die Hemmungen haben über Themen zu sprechen. Ich war schon immer offen, aber so ist nicht jeder. Da haben Leute gesagt ‚Dass du über einen Fußfetisch redest!’ Aber was ist daran schlimm? Der eine steht auf Hände, der andere auf Füße, wieder ein anderer auf Hintern. Natürlich ist das alles auch auf die Schippe genommen. Mir wäre es manchmal recht, wenn die Leute sagen würden: ‚Ein Tag in der Woche handyfrei’. Das schafft kein Mensch.

Würden Sie es schaffen?

CEYLAN Früher war das anders. Wenn man unterwegs war, dann war da ein Telefon und man war erreichbar, oder eben nicht. Heute bin ich selbst Familienvater. Ich will das Handy dabei haben, falls was mit den Kindern ist. Wenn man es vorher ankündigt, dann könnte es klappen. Aber man müsste Familienmitglieder darauf vorbereiten.

Wie pflegen Sie ihre Haare?

CEYLAN (lacht) Ich muss bei diesem Programm auf so viel achten. Ich bin kein Solarium-Typ, muss aber etwas braun sein. Weil wenn ich so käseweiß bin, dann kann ich den besten Body haben – es sieht trotzdem scheiße aus. Die Haare müssen auch geglättet werden. Ich habe eigentlich so leichte Wellen in den Haaren. Wenn ich die glätte, sieht das schon gepflegter aus. Zu viel darf man aber auch nicht machen, das macht die Haare kaputt. Wichtig: Nicht zu oft waschen. Zweimal die Woche reicht. Wenn man zum Beispiel auf dem Bau arbeitet und schwitzt wie ein Ochs’, dann sollte man die Haare schon jeden Tag waschen.