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Bunte Feier und glanzvolle Gala: Preis für Adréana Kraschewski

Bunte Feier und glanzvolle Gala: Preis für Adréana Kraschewski

Die Sopranistin Adréana Kraschewski hat die Trierer Theatermaske für die herausragende künstlerische Leistung der vergangenen Saison erhalten. Die Jury der Trierer Theaterfreunde würdigte damit die Gestaltung der Titelrolle in der Oper "Lakmé".

Trier. Es sei eine sehr knappe Entscheidung gewesen, sagte TV-Redakteur und Jury-Mitglied Dieter Lintz in seiner Laudatio im Rahmen des Theaterfestes in der Bobinet-Halle in Trier-West. Auch die vier anderen Finalisten Barbara Ullmann, Sven Grützmacher, Michael Ophelders und Alexander May wären "als Preisträger jederzeit konsensfähig gewesen". Aber letztlich sei das Votum auf Adréana Kraschewski gefallen, "weil ihre Lakmé ein außerordentlich beeindruckendes, unter die Haut gehendes und weit über das Trierer Haus hinausreichendes Rollenporträt" gewesen sei. Bis zum Schluss hatte es Moderatorin Hiltrud Zock vom Theater-Freundeskreis spannend gemacht - fast wie bei einer Oscar-Verleihung. Die Vergabe der mit 1000 Euro dotierten Theatermaske war der Höhepunkt eines langen Gala-Abends, der eine Begegnung mit vielen Produktionen der kommenden Spielzeit brachte. Viel Beifall gab es auch für eine orchesterverstärkte "Jubiläumsversion" von Michael Ophelders\' kultigem "Kontrabass". Nicht fehlen durfte eine Reihe von Loriot-Sketchen, darunter die skurrile "Opernsprengung", in der Intendant, Dramaturg, GMD und Kritiker darüber diskutieren, ob man das Theater nicht in die Luft sprengen sollte - an diesem Abend war sie zum Erstaunen des Publikums mit den "echten" Funktionsträgern besetzt.
Den Kontrast bot am Ende ein flammender Appell der Schauspieler, das Trierer Theater zu erhalten.
Das traditionelle Theaterfest hatte bereits um 14 Uhr begonnen, am kurzfristigen Ausweichort Bobinet-Halle. Was zunächst als mittlere Katastrophe erschien, entpuppte sich als eine sehr attraktive Alternative. Das schöne Wetter tat dabei ein Übriges, so dass die Besucher ein gelungenes Fest erlebten. Die Kleinen genossen es, von einem "richtigen" Maskenbildner geschminkt zu werden und anschließend in eines der wunderschönen Kostüme aus dem Fundus des Theaters zu schlüpfen. Einen herrlichen Sommertag lang eine Prinzessin zu sein, davon träumen sicher viele Mädchen.
Die musikalische Eröffnung übernahm das Philharmonische Hornquartett. Im Hof, dem Foyer oder auf der großen Bühne, überall ließ sich ein Blick hinter die Kulissen der Ensembles erhaschen. Ob Loriot-Sketche, Ausschnitte aus "The King and I" oder "Maria Stuart" für die Erwachsenen, "Kater Murr", "Eine Woche voller Samstage" eine Instrumentenbaustelle oder Puppenbau für die Kleinen, von Abba bis Zappa war für jeden etwas dabei.
Einig waren sich alle: Das Theaterfest ist Kultur, das kann nicht weg! Die Bobinethalle bot Großstadtflair, das dem Theater Trier außerordentlich gut steht und den Besuchern gefällt.