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Caroline Streck: Wenn aus Alltäglichem ein Gemälde wird

Trier. Alles ist bildfähig. Davon ist Caroline Streck überzeugt, deren Bilder noch bis Samstag, 30. März, in der Jungen Kunst Trier zu sehen sind.

Trier. "Schläft ein Lied in allen Dingen ..." Anders als der Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff hört Caroline Streck keine Lieder. Dafür entdeckt sie überall Bilder.
Die Künstlerin aus Saarbrücken nähert sich - wie sie selbst sagt - den Dingen unvoreingenommen. Mit offenen Augen geht die Malerin durch die Welt. Geradezu arglos begegnet sie ihren Motiven, um sie dann als Malgegenstand zu verinnerlichen.
Eine bemooste Sichtschutzwand, ein zierlicher Tisch mit einer kleinen Decke, ein Kiosk oder ein ganz gewöhnlicher Blumenkasten aus Kunststoff taugen ihr ebenso zum Gegenstand wie der Ausschnitt eines Geländers oder einer Hecke.
Dass ihre Gegenstände realer Natur sind, ist für Caroline Streck nachrangig. Sie interessiert einzig ihre Bildfähigkeit. Denn darum geht es ihr. Caroline Streck will keine Illusion von Wirklichkeit erzeugen. Im Gegenteil: In ihren Arbeiten wird das Alltägliche bildkünstlerisches Ereignis. Ihre so von ihrer Alltagswirklichkeit befreiten Motive bekommen eine völlig neue Natur, gleichsam entmaterialisiert werden sie zu Zeichen, grafischen Mustern, zu Bildern, die Denkanstöße geben und viele Deutungen zulassen.
Caroline Strecks Bilder sind sehr feine, mit wohltuendem Humor gemalte Arbeiten. Sie bleiben dennoch im Auge des Betrachters Grenzgänger zwischen ihrem einstigen greifbaren Sein und dem, was durch das Bild aus ihnen geworden ist. er
Die Ausstellung ist noch bis Samstag, 30. März, in der Galerie Junge Kunst, Karl-Marx-Straße 90, von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung zu sehen, Telefon 0651/9763840.