Cooler Jazz und heiße Geschichten: Projekt vereint Musik und Literatur

Cooler Jazz und heiße Geschichten: Projekt vereint Musik und Literatur

Jazzmusik vom Allerfeinsten in Verbindung mit Literatur hat der Wittlicher Jazzclub im stimmungsvollen Ambiente der Synagoge am Samstagabend präsentiert. Das Ergebnis ist ein emotionelles Highlight für das Publikum.

Wittlich. Ist Jazzmusik kombinierbar mit erzählten Geschichten? Keine Frage, das passt!
So geschehen am Samstagabend, als der Jazzclub Wittlich zum Galeano-Projekt in die Synagoge lud. Die Balance zu finden, Musik und Literatur sensibel aufeinander abzustimmen - diese Aufgabe lösen die Protagonisten mit Bravour.
Kurze Geschichten wechseln sich mit dichten Jazzarrangements ab, teilweise geht beides ineinander über. Auf der einen Seite steht ein hochkarätiges Jazz-Quartett mit dem legendären Ack van Rooyen am Flügelhorn an der Spitze. Der 83-jährige Holländer beweist seinen Status als Jazzmaster, seine Präsenz und Virtuosität beeindrucken tief.
Gestenreich und charismatisch


Als kongenialer Gegenpart fungiert der Schauspieler Peter Lehmann aus Santiago de Chile. Er rezitiert kurze Auszüge aus dem literarischen Werk des Uruguayers Eduardo Galeano. Gestenreich und charismatisch interpretiert er die skurrilen und poetischen Geschichten von Künstlern und Lebenskünstlern. Dabei übersetzt er die im spanischen Original vorgetragenen Passagen. "Das wäre gar nicht nötig gewesen", sagt eine Dame aus dem Publikum zur Pause, "ich verstehe zwar kein Spanisch, aber im Zusammenspiel mit der Musik transportiert sich der Sinn."
Selbstkomponierte Stücke


Verantwortlich für den Jazz ist Uli Partheil aus Darmstadt. Der Mann am Flügel hat die Musik eigens für das von ihm initiierte Projekt geschrieben und arrangiert. Den Kontrabass spielt Hanns Höhn, Holger Nesweda sitzt am Schlagwerk. Beide sind Meister ihres Fachs und lassen das auch hören. Die Kombination aus coolen, teilweise lateinamerikanisch anmutenden Jazz-Rhythmen und den mit heißem Blut vorgetragenen Anekdoten kommt bei den 70 Zuschauern bestens an. Mucksmäuschenstill ist es während des Konzertes, am Ende gibt es begeisterten Applaus für die Performance. DT

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