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Cro rappt mit Pandamaske im Abendrot

Cro rappt mit Pandamaske im Abendrot

Zwischen leuchtend rotem Himmel und dem See in Losheim hat Cro am Donnerstagabend das Publikum überzeugt. 11 000 Menschen kamen, um dem König des "Raop" zu huldigen. Ein 20-köpfiges Orchester und der ausbleibende Regen verbreiten unter den Zuschauern eine perfekte Open-Air-Stimmung.

Losheim am See. 11 000 Menschen sind trotz angekündigtem Regen am Donnerstagabend zum Strandbad am Losheimer See gekommen, um dem selbsternannten König des "Raop" zu lauschen. So nennt der Künstler Cro seine ganz individuelle Musikrichtung aus Rap und Pop. Beim Konzert, das der TV präsentierte, wird Cro von einem Orchester begleitet - und sogar das Wetter fügt sich den Wünschen des Königs.
Nach etwas Wartezeit und einer deutschen Vorgruppe betritt der Mann mit der Pandamaske die Bühne, das Publikum kreischt und jubelt. Einige Kinder sitzen auf den Schultern ihrer Mütter und Väter und strecken die Arme in die Luft. Cro scheint junges Publikum anzuziehen, aber nicht nur junge Leute sind unter den 11 000 Gästen, auch Erwachsene bejubeln den deutschen Musiker aus Baden-Württemberg.
Das Konzert am Losheimer See scheint sich zunächst in die Festivalsaison 2016 einzureihen: Matsch, angekündigter Regen und viele Besucher, die sich mit Regencapes ausgestattet haben. Doch Cro kündigt zu Beginn des Konzerts mit seinem Intro "Wer hat wieder Bock?" an, er werde gemeinsam mit dem Publikum die Sonne hervorlocken. Der Mann hinter der Pandamaske soll recht behalten. Das Regenband zieht vorbei. Die Bühne mit dem 20-köpfigen Orchester ist in drei Ebenen unterteilt, auf denen die Musiker mit ihren Instrumenten thronen. Drei Background-Sängerinnen unterstützen den Mix aus Rap und Pop von Cro.
Mit dem Song "Hi Kids" führt Cro ein Handzeichen ein, zu dem das Publikum jubeln und kreischen soll. Schüttelt der Rapper dazu den Kopf, soll alles noch ein bisschen lauter sein. Cro rappt ins Mikro: "Gebt mir ein Hallo", das Publikum antwortet lautstark: "Hallo!" und viele Hände schnellen in die Höhe.
Keine großen Worte



Zwischen den Songs hält sich Cro mit großen Worten eher zurück. Stattdessen dirigiert er das Publikum mit Handzeichen und Gesten. Einzelne Fragen nach der Stimmung werden von den Zuschauern mit lautem Klatschen und Zurufen beantwortet, während das Orchester im Hintergrund neue Songs anklingen lässt.
Pünktlich zum Liebeslied "Hey girl", bahnen sich die Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Während der Mann hinter der Pandamaske seine große Liebe mit dem Big Apple vergleicht, spielt das Orchester passend dazu Frank Sinatras Klassiker "New York, New York". Die Background-Sängerinnen wiegen sanft im Takt, Cro steht im weißen Sweatshirt vor einer Bühne aus funkelnden Großstadtlichtern und den Orchester-Musikern. Das Publikum wiegt auf sein Zeichen die Hände im Takt und jubelt dem Deutschrapper zu.
Frank Eltges (46) aus Beckingen ist mit seinem Sohn (7) ins Strandbad gekommen. "Mein Sohn findet Cro einfach cool. Seine Art, seine Musik, seine Maske." Die Begeisterung für Cro sieht man nicht nur den jungen Zuschauern an, das Konzert wird von verschiedenen Altersgruppen besucht. Sebastian Göres (26) aus Wallerfangen findet nicht nur die lässige Art von Cro cool, sondern vor allem seine Texte. "Man findet sich in Texten einfach wieder, auch weil Cro auf Deutsch rappt und singt", schwärmt die 25-jährige Ann-Kathrin Horn aus Wadern.
Eindringliche Texte

Foto: (g_kultur


Die eindringlichen deutschen Texte und der melodisch, mit Popmusik unterlegte Rap von Cro werden durch das Orchester zudem aufgewertet. Die Open-Air-Stimmung wird nicht einmal durch den Matsch auf dem Boden vor der Bühne und auf den umliegenden Wiesen getrübt, und lässt die kühleren Temperaturen und die matschigen Schuhe vergessen. Als die Dämmerung einsetzt, leuchtet der Himmel in sattem Rot.
Fotos des Konzerts gibt es unter: volksfreund.de/fotos