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Cross-over- Projekt

FOTO: (g_kultur
Heute schon zu Klassik-Klängen abgetanzt? Kein Problem mit der ersten Scheibe der Symphoniacs, des neuen Projekts des Produzenten und Masterminds Andy Leomar. Diese neue achtköpfige Boy-Group instrumentiert zum Beispiel ohne Gesang "Aerodynamic" des Popduos Daftpunk aus dem März des Jahres 2001 mit Cello, Violine und Klavier. Jörg Lehn

Daneben erschaffen die Jungs Antonio Vivaldis "Winter" von 1725 mit Beats und elektronischen Sounds geradezu neu. Mit dabei bei diesem keinesfalls festen Ensemble, sondern einem größeren Pool junger Klassikvirtuosen sind etwa der Violinist Yuri Revich aus Wien, der 2016 als bester Newcomer mit dem Echo Klassik ausgezeichnet wurde, oder auch der Cellist Colin Stokes aus New York. Sie alle machen anschaulich deutlich, dass klassische Musik auch "echt cool" interpretiert werden kann und dabei auch Spaß machen darf. Inhaltlich stehen bei diesem "Classical-Pop-Cross-over-Project" klassische Werke neben elektronischen Welthits. So werden Kompositionen von Vivaldi aus den "Vier Jahreszeiten" oder Johann Sebastian Bach (Cello Suite No. 1) für elektronische Sounds arrangiert oder Titel von Coldplay, Daft Punk oder den DJs Robin Schulz und David Guetta klassisch neu interpretiert. Insgesamt bei den zehn Titeln des Albums mit einer Gesamtspielzeit von rund 38 Minuten eine rundum überraschende Herangehensweise. Anspieltipp: neben dem Arrangement von Vivaldis "Winter" das vielschichtige, im Original von der Swedish House Mafia stammende "Don't You Worry Child" (8). Jörg Lehn
Symphoniacs: Symphoniacs, Universal Music, Berlin 2016.