Da kracht's im Steinbruch: 600 Musik-Fans feiern bei Willwerath Rock City bis in den Morgen

Da kracht's im Steinbruch: 600 Musik-Fans feiern bei Willwerath Rock City bis in den Morgen

"Willwerath Rock City" hält, was der Name verspricht. Auch die fünfte Ausgabe des Eifeler Festivals zeigt klare Kante: Im Steinbruch wird Rock gespielt. Die 600 Besucher ließen sich von fünf Bands und einer einzigartigen Atmosphäre mitreißen.

Nah dran: Ein Gast versorgt einen Musiker mit einer Portion Nikotin. Foto: (e_bit )

Es ist dieser eine Moment als Niklas "Dango" Källgren, der Gitarrist der "Truckfighters" auf der Bühne einem Fan gegenüber steht, der ihm ein Stubbi anbietet. Die Band aus Schweden ist der Headliner des kleinen, aber feinen Festivals in Willwerath und ist mit ihrem brachialen Stoner-Rock weltweit erfolgreich. Nun, kurz nach Mitternacht liefert sie eine furiose Rock-Show in einem kleinem Dorf in der Eifel - und da steht plötzlich dieser halbnackte Kerl auf der Bühne und grinst.

Was geschieht ist: Dango nimmt das Bier und die rund 600 Besucher und der Schwede prosten sich zu. Dass in diesem Augenblick keine Security die Bühne stürmt und den edlen Spender zu Boden ringt, hat mit der sehr entspannten und familiären Stimmung zu tun, die alljährlich im Steinbruch herrscht. Zum einen macht's die Mischung: In Ehren ergraute Rockfans stehen Seite an Seite neben Teenies, die sich das Spektakel abseits aller Elektro-Beats mal anschauen wollen, und dazwischen finden sich etliche Gäste, die Studium oder Beruf in die Ferne verschlagen haben, die das Festival zum Anlass für eine Station in der Heimat nehmen, um alte Bekannte zu treffen.

"Willwerath Rock City" ist eines der wenigen richtigen Rock-Festivals in der ganzen Region", sagt Marco Sifferath, der gemeinsam mit einem kleinen Team und mithilfe vieler engagierter Einwohner des Ortes die Veranstaltung auf die Beine stellt. Auch er sagt: "Unser Publikum setzt sich aus drei Generationen zusammen, und das ist auch gut so."

Danny McClelland, der mit seiner Folk-Pop-Formation "Redensart" bereits früher am Abend auf der Bühne stand, hat sich nach seinem Auftritt unter die Leute gemischt, um sich die folgenden Bands anzuschauen: "Wir spielen auf sehr vielen dieser kleineren Open Airs," sagt der Sänger und Gitarrist. "Aber die Stimmung hier ist wirklich außergewöhnlich gut."

Vom ersten Ton der Mainzer Retro-Rocker "Visdom", bis zum letzten Gitarren-Akkord der "Acapulco Firebirds" , der um halb vier morgens das Ende des diesjährigen Festivals besiegelt, wird die Fahne der Live-Musik hochgehalten. "Monoshoque", die bereits zum dritten Mal dabei sind und mit treibenden Beats, einer rotzigen Gitarre und deutschen Texten ihr Publikum begeistern, Redensart und die schwedischen Headliner "Truckfighters" sind Bands, die auch auf großen Bühnen spieln - und dennoch für den sehr moderaten Eintrittspreis von zehn Euro nach Willwerath kommen.
Am Programm für 2017 wird schon gearbeitet. Auf die Dosis Rock n' Roll im Steinbruch ist Verlass.

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