Da war zu viel Künstlichkeit

Da war zu viel Künstlichkeit

In den 80ern, die Musikwelt war gerade vom Punk kräftig durchlüftet worden, berauschten wir uns an den perfekten Pop-Harmonien von XTC, erlebten hinreißende Momente mit Dexys Midnight Runners oder vergruben uns in der Düsternis von Joy Division.

Michael Jackson? Seine Musik hat mich nie bewegt. "Thriller" hatte natürlich seine Momente, und "Beat it" war tatsächlich unwiderstehlich. Aber da war zu viel Künstlichkeit, zu viel Produktion, zu viel schrilles Gehabe rund um Hüte, Handschuhe, in-den-Schritt-greifen, Affen, Sauerstoffzelte, seinen unsäglichen Clan mit dem schrecklichen Vater und die bange Frage, wann denn endlich die Nase abfällt. Fritz-P. Linden, TV-Mitarbeiter