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Dana hat den Blues und singt von der Liebe

Dana hat den Blues und singt von der Liebe

Nach dem tollen Album Live in New York legt Dana Fuchs nun bei Ruf Records ihre neue Studio-CD Love To Beg vor. Musikalisch bietet der Tonträger eine Mixtur aus Blues und Soul über Gospel, Country und R&B bis hin vor allem zu Rock.

Thematisch dreht sich das Werk insgesamt um die Liebe. Nicht nur um die händchenhaltende Schülerliebe, sondern um Liebe in all ihren Facetten - von Zorn, Eifersucht, Freude, aber auch von geschwisterlicher bis hin zu Selbstliebe. Außer dem Coversong "I\'ve Been Loving You Too Long" von Otis Redding (11) stammen die anderen zwölf Songs alle von Dana Fuchs beziehungsweise ihrem musikalischen Partner, dem Gitarristen Jon Diamond.
Dana hat in kürzester Zeit Weltruhm erlangt durch ihre energiegeladenen Live-Auftritte. Gut nachzuvollziehen ist das auf dem 2009 erschienenen Album Dana Fuchs live in NYC. Doch auch im Studio kommen ihre Songs sehr gut rüber. Gegenüber der Live-Atmosphäre sind zwar geringe Abstriche zu machen, doch auch "Love To Beg" überzeugt rundum.
Ruf Records, Deutschlands führendem Blues-Label aus Lindewerra in Thüringen, ist mit der Verpflichtung dieser herausragenden jungen Künstlerin ein sehr großer Wurf gelungen. Dana Fuchs\' Stimme erinnert - um Vergleiche zu bemühen - tatsächlich an Janis Joplin und Melissa Etheridge. Neben Danas überragender, vielseitiger Stimme - mit ihr raunzt, schmeichelt, flüstert und schreit sie - gefallen mir vor allem Jon Diamonds variationsreiches Gitarren- sowie sein Mundharmonika-Spiel (toll bereits im Titelsong).
Spitze ist Danas Version von Otis Reddings Soulklassiker "I\'ve Been Loving You Too Long" (11). Dass sich jemand überhaupt an diesen Titel heranwagt, lässt schon auf enorm viel Selbstvertrauen schließen. Doch welch fantastische Version Dana in der Tat anbietet! Unglaublich!
Anspieltipps - neben den bereits genannten: "Nothing\'s What I Cry For" (2) kommt als Rockabilly daher; mit starker Gitarre. "Drive" (8) steckt voller Energie und lässt die auch raus. Für die harte Seite des Albums steht "Pretty Girl" (10), das schon fast dem Hard Rock zugerechnet werden kann.
Dana spielte bereits am Broadway die Hauptrolle im Janis-Joplin-Musical "Love Janis", und auch für den Film wurde sie entdeckt: In "Across the Universe" gibt sie die Sängerin Sadie, wobei sie Lieder der Beatles mit solcher Ausdruckskraft interpretiert, dass diese künftig feste Bestandteile ihres Repertoires wurden. Doch nicht nur die Sonnenseite des Lebens kennt Dana Fuchs mit ihren jungen Jahren, auch die dunklen Abgründe sind ihr bereits vertraut: Gerade als sie mit 19 Jahren von ihrem Geburtsort in Florida nach New York umzog, beging ihre ältere Schwester Donna, die ihre erste musikalische Mentorin war, Selbstmord. Dana riss sich zusammen, erzielte die oben erwähnten Erfolge und ist heutzutage rund um die Erde ständig auf Tournee. So tritt sie auch am Samstag, 24. September 2011, bereits zum zweiten Mal im Ducsaal Freudenburg auf. Jörg Lehn
Dana Fuchs: Love To Beg, Ruf 1167, Barcode: 710347116721, Ruf Records, Lindewerra 2011.Musik