Danny plus Bulle

Hätte ich auch nicht mehr gedacht, dass ich tatsächlich einmal eine Produktion dieses schraddeligen Problemsenders namens Sat.1 gut finden würde. Aber allein schon der Umstand, dass sich diese längst ins mediale Prekariat abgerutschte Anstalt offenbar der wenigen besseren Zeiten mit feinen Eigenproduktionen entsinnt, die es ja auch zwischendurch mal gab - siehe Edel & Starck -, lässt ein wenig hoffen."Danny Lowinski" heißt das neue Eigenprodukt.

Und ist der Name einer jungen Anwältin, die montags, 21.15 Uhr, ihren kleinen Advokatenladen aufmacht und auf Mandanten hofft, die ihr für ein paar Euro eine Beratung abkaufen.

Das ist flott, ein bisschen kartonagenartig zusammengezimmert, manchmal auch derb, aber eigentlich immer schön anzuschauen. Das Beste an dieser Serie ist aber Annette Frier, die die Figur der Danny Lowinski so spielt, als müsse sie das gar nicht spielen (immer ein Zeichen für Könnerschaft). Autor: Marc Terjung - wie bei "Edel & Starck".

Davor läuft, um 20.15 Uhr, übrigens auch etwas Neues: "Der letzte Bulle", mit Henning Baum als Ruhrpott-Polizist Mick Brisgau, der nach 20 Jahren Koma wieder aufwacht und sozusagen aus den 1980ern in die Gegenwart gebeamt wird. Mit stellenweise schlimmster 80er Musik und so unkorrekt-dämlichen - und schmerzfrei platten - Männersprüchen, dass man dann doch immer wieder lachen muss, weil es so hemmungslos doof ist.

Lachen dürfen auch die Produzenten und Senderverantwortlichen: Das Publikum hat ordentliche Quoten geliefert - beide Serien werden eine zweite Staffel erleben. Wer weiß: Vielleicht wird ja doch noch was aus diesem Sender.

Fritz-Peter Linden

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