Das Bild des Klemens Wenzeslaus in Trier

Das Bild des Klemens Wenzeslaus in Trier

Im Trierer Museum am Dom hängt ein schönes Reiterbild. Es zeigt einen vornehmen Reiter im pelzgeschmückten Mantel auf einem prachtvoll herausgeputzten Schimmel. Der Reiter ist der Trierer Erzbischof und Kurfürst Klemens Wenzeslaus, der zwischen 1739 und 1812 lebte. Das Bild wurde 1790 anlässlich seiner Wahl zum Kurfürsten gemalt.

Die Kurfürsten waren die Fürsten, die den Kaiser wählten. Klemens Wenzeslaus ist ein ganz berühmter Trierer Kurfürst. Er war gebildet, liebte die Musik, baute Schulen und förderte den Weinbau.

Das Leben eines Trierer Kurfürsten zu jener Zeit war ziemlich hart. Klemens Wenzeslaus war aber schon von zu Hause an harte Zeiten gewöhnt. Er war ein Sohn des Herzogs von Sachsen und Prinz von Polen und hatte 13 Geschwister. In den Trierer und Koblenzer Schlössern, wo er abwechselnd lebte, war es kalt und unbequem, gebadet wurde wenig, dafür benutzte man viel Puder und Schminke. Die schweren Mäntel und Prunkgewänder waren schwer und rochen oft muffig. Und dann das ohrenbetäubende Donnern der Kanonen, die abgefeuert wurden, wenn der Kurfürst ankam und abfuhr, wenn er hohe Gäste hatte oder Geburtstag feierte. Das konnte einem ganz schön auf die Nerven gehen. Und erst die ewigen Streitereien, ob der evangelische oder der katholische Glaube der richtige sei.

Kurfürsten mussten viel unterwegs sein, um Krieg zu führen, Reichstage zu besuchen oder nur, um von einem Schloss ins andere zu kommen. Auch das war gefährlich und umständlich. Man musste immer eine Menge Soldaten, Diener und Sekretäre dabeihaben. Bei Schiffsfahrten auf der Mosel konnte das Schiff leicht kentern oder gekapert werden. Bei Kutschen brachen häufig die Räder. Zudem waren die Straßen schlecht und voller Räuber.

Ganz grässlich fand Kurfürst Wenzeslaus die Jagd. Die war ihm einfach zu grausam. Wenn er in seinem Schloss Besuch hatte, der unbedingt zur Jagd gehen wollte, blieb er am liebsten zu Hause. Eva-Maria Reuther

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