Das Duo Fantasy lädt in der Europahalle zu einer Flucht aus dem Alltag ein

Das Duo Fantasy lädt in der Europahalle zu einer Flucht aus dem Alltag ein

"Ein weißes Boot" heißt einer der populärsten Schlager von Fantasy. Und mit dem segelt das Duo auf einer Welle des Erfolgs. Vor Anker gegangen sind Freddy März und Martin Marcell am Sonntag in Trier.

"Wir haben sieben unserer Alben selbst geschrieben", sagt Freddy März und fügt hinzu: "Mussten wir auch - es wollte ja niemand für uns schreiben." Erfolg, das war jahrelang ein Fremdwort für das Duo Fantasy. Dass März und sein Duettpartner Martin Marcell jetzt Gold- und Platinschallplatten sammeln, auf Tournee gehen und vom selbsternannten Pop-Titanen Dieter Bohlen produziert werden - das ist nicht zuletzt Folge eines glücklichen Umstands: Andrea Berg engagierte vor einigen Jahren Fantasy als Vorgruppe für ihre Konzerte und verschaffte ihnen damit Bekanntheit.

600 Gäste sind am Sonntag in die Trierer Europahalle gekommen. Die Stimmung ist von Beginn an ausgelassen. Das Publikum steht auf, singt und klatscht mit zu poppigen Schlagern, die unterlegt sind mit ziemlich lauten Bässen. Die Texte handeln von Liebe und Sehnsucht, laden ein zum Träumen - zum Beispiel von der Insel in den Wolken, wo der Regenbogen über dem Sternenzauberwald erstrahlt. Da wird schon mal tief in die Klischee-Kiste gegriffen. Die Melodien sind eingängig, so dass bereits nach dem ersten Hören das Mitsingen des Refrains keine Probleme bereitet. Große Kunst ist das natürlich nicht, gute Unterhaltung allemal. Und genug, um zwei Stunden dem Alltag entfliehen zu können.

Freddys Sohn Sandro - bei Deutschland sucht den Superstar vor den Finalshows rausgeflogen - ist auch mit dabei, singt vier Lieder und macht damit gleich ein wenig Werbung für seine erste Schlager-CD, die im Februar erscheint.
Unter den vielen Konzertbesuchern sind auch einige echte Fans. Sie überreichen dem Duo Blumen, Schokolade und Wein. Marie Kaspari hat gleich einen ganzen Präsentkorb dabei, will ihn aber erst nach der Show persönlich überreichen. Die 52-Jährige ist wohl der größte Fan im Saal: mit selbst gestaltetem T-Shirt und einem Schal mit den Bildern der Sänger. Auf dem Herz an ihrer Halskette ist "Fantasy" eingraviert, auf dem Armband steht "Freddy & Martin". Fantasy-Fotos zieren auch das Auto, mit dem die gebürtige Triererin aus ihrer neuen Heimat an der Nordsee angereist ist. "Schockverliebt" sei sie gewesen, als sie die Musik des Duos hörte. Und wer ist ihr persönlicher Favorit - Freddy oder Martin? Da gibt sich Kaspari diplomatisch: "Beide sind auf ihre Art klasse!"

Aber auch wer keine Geschenke dabei hat, ist natürlich ebenso willkommen. "Dann bekommen Sie ein Geschenk von mir", sagt Martin Marcell zu einer Dame aus dem Publikum und holt zwei glitzernde Tüten hinter der Bühne hervor. Er überreicht sie und erklärt dabei: "Die Tüten sind leer - die können Sie beim nächsten Mal gefüllt zurückbringen!"

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