Das Hendrix-Gen

Jimi Hendrix kennt wohl jeder, Leon Hendrix kennen dagegen nur Insider. Jetzt startet der jüngere Bruder der früh verstorbenen Rocklegende mit dem Gitarristen Randy Hansen eine gemeinsame Tournee, am Samstag, 19. November, spielen die beiden im Ducsaal in Freudenburg.

Freudenburg. Angekündigt ist ein Programm voller Geschichten und Musik aus dem Leben des Gitarrengottes. TV-Mitarbeiter Olaf Neumann sprach mit Leon Hendrix, Jahrgang 1948, über seinen berühmten Bruder und, wie es ist, ständig mit ihm verglichen zu werden. In Ihrer Liveshow mit Randy Hansen erzählen Sie von dem Menschen hinter der Legende. Wissen Sie mehr über Jimi Hendrix als jede andere lebende Person?Leon Hendrix: Mit Sicherheit. Niemand kennt den wahren Jimi - außer mir. Diesen Fremden, der aus dem Nichts auftauchte, den man nie ein Buch lesen sah und der trotzdem reden konnte wie ein Wissenschaftler. Wir wurden beide von der Schule geschmissen. Auch wenn wir uns sehr nahestanden, bin ich niemand, der Jimi-Hendrix-Memorabilia sammelt. Die T-Shirts, die ich von ihm bekam, habe ich immer selbst getragen.Was ist aus Ihrem Elternhaus in Seattle geworden?Hendrix: Das wurde alles vom Familienunternehmen Experience Hendrix eingelagert. Keine Ahnung, was mit den Sachen passieren soll. Im Moment habe ich andere Probleme. Was ich jedoch besitze, ist eine 1964er Sunburst, auf der Jimi persönlich gespielt hat. Diese Gitarre ist meine Lebensversicherung und die meiner Kinder. Ich würde sie niemals mit auf Tour nehmen.Wann haben Sie gemerkt, dass Ihr vier Jahre älterer Bruder dieses außerordentliche Talent besaß?Hendrix: Schon sehr früh. Als ich klein war, musste Jimi immer auf mich aufpassen. Mom und Dad sind manchmal tagelang nicht nach Hause gekommen. Damit es ihm nicht langweilig wurde, fing Jimi an, Leute wie Chuck Berry, Elvis Presley, Robert Johnson und Muddy Waters zu imitieren. Diese Shows spielte er exklusiv für mich.Hatte er damals schon eine elektrische Gitarre?Hendrix: Nein, die musste er sich selbst bauen. Er hatte eine alte Fox-Klampfe für fünf Dollar und besorgte sich bei Seattle Music einen Tonabnehmer, den er einfach an die Gitarre klebte. Diese spielte er dann über unsere Wohnzimmer-Stereoanlage. Was gab das für Rückkopplungen! Jimi war schon damals ein kleines Genie. Wäre er zur Uni gegangen, wäre aus ihm ein Wissenschaftler geworden.Sie sind ein Spätzünder. Ihr erstes Album veröffentlichten Sie mit 60 Jahren.Hendrix: Schon als Heranwachsender wollte ich immer Gitarre spielen wie mein Bruder, aber unser Vater verbot es mir. Er sagte: "Wir haben einen Musiker in der Familie. Einen zweiten brauchen wir nicht." Aber wenigstens bin ich später mit Jimi auf Tournee gegangen, von der Westküste bis nach Kanada.Jimi Hendrix ist der berühmteste Rockgitarrist aller Zeiten. Jeder wird Sie bei der Tournee mit ihm vergleichen.Hendrix: Dazu nur so viel: Es war eine Aufforderung aus dem Jenseits. (lacht) Wer wissen will, wie ich spiele, soll einfach zu meinen Konzerten kommen. Ich habe bereits ein Album unter meinem Namen veröffentlicht, und es werden definitiv noch mehr erscheinen. Die Leute wollen mich live erleben. Allerdings wissen viele noch gar nicht, dass es mich gibt. Das soll sich jetzt ändern.Auf Ihrer Myspace-Seite erklingt ein unbekannter Song von Jimi Hendrix: "In The Stars”. Wo haben Sie den her?Hendrix: Meine Stiefschwester wollte mich deswegen verklagen. Jimis früherer Manager übrigens auch. Auf diesem Stück spielt Jimi postum mit mir, unterstützt von Yes-Drummer Alan White und dem Bassisten von Heart. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich versuche nicht, so zu klingen wie mein Bruder. Ich mache meinen eigenen Shit, ich spiele ganz anders. Nein, ich will nicht in Jimis Schatten stehen.Werden Sie bei der Tour mit Randy Hansen selbst zur Gitarre greifen?Hendrix: Randy Hansen ist ja bekannt für seine Interpretationen von Jimis Musik. Zu den Songs erzähle ich die wahre Geschichte meines Bruders, und ich spiele selbst auch ein bisschen auf der Gitarre und singe. Mittlerweile bin ich ganz gut. Aber man muss üben, üben, üben. oneuRandy Hansen feat. Leon Hendrix, 19. November, 21.30 Uhr, Ducsaal, Freudenburg (Verbandsgemeinde Saarburg). Karten gibt es in den TV-Service-Centern Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie auf www.volksfreund.de/tickets

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