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Rock am Ring
Das Küsschen, das fast den Auftritt kostet

Dave Grohl beim Rock-am-Ring-Abschluss am Nürburgring. Der Frontmann der Foo Fighters war wegen einer Erkältung hörbar angeschlagen.
Dave Grohl beim Rock-am-Ring-Abschluss am Nürburgring. Der Frontmann der Foo Fighters war wegen einer Erkältung hörbar angeschlagen. FOTO: dpa / Thomas Frey
Nürburgring. Wie die Foo Fighters trotz eines stimmlich schwer angeschlagenen Frontmanns Dave Grohl beim Rock-am-Ring-Abschluss noch die Kurve kriegen.
Andreas Feichtner

12. Juni 2015: Fünf Tage nach seinem Auftritt bei Rock am Ring erlebt Dave Grohl einen Abend, der die Legendenbildung um seine Foo Fighters und ihn weiter befeuert. Während des Festival-Auftritts in Göteborg stürzt der Frontmann von der Bühne, bricht sich das Wadenbein. Und was macht er? Er lässt sich provisorisch gipsen – und spielt das Konzert nach kurzer Behandlungspause einfach weiter. Soll also bloß keiner glauben, dass sich der Sänger der US-Rockband von einer profanen Erkältung ausbremsen lassen will, eingefangen bei Töchterchens Abschiedskuss, das mutmaßt Grohl jedenfalls. „Aber dafür sage ich so eine Show nicht ab“, krächzt er dem Publikum beim Rock-am-Ring-Abschluss am Sonntagabend tapfer entgegen. Nun ist eine Erkältung kein Beinbruch. Sondern schlimmer – in diesem Fall: Da hilft kein Adrenalin, kein Aspirin. Wenn die Stimme weg ist, ist sie weg. „Ich weiß selbst nicht, welche Töne rauskommen werden“, sagt Grohl. Das ist eine Erklärung, kein Jammern. Gerockt wird schließlich trotzdem in der Eifel, immerhin zwei Stunden lang – rund 20 Minuten kürzer als geplant. Auch wenn die amerikanische Alternative-Rockband bei der Songauswahl improvisieren muss und Grohl wohl fast nie so wenig Kontrolle über seine Stimme hatte wie an diesem Abend. Mal unterstützt ihn Schlagzeuger Taylor Hawkins am Gesang, der beim Queen-Cover „Under Pressure“ mal die Rampensau rauslässt, während er mit dem einstigen Nirvana-Drummer Grohl die Plätze tauscht. Bei anderen Songs lässt Grohl den Zehntausender-Publikums-Chor singen. Das ist auch kein Problem bei Hits wie „My Hero“ oder „Best of You“. Mit „Everlong“ beschließen die Foo Fighters die Show. Eine Zugabe gibt’s nicht – es dürfte für Grohl und seine Bandkollegen aber auch eine anstrengendere Show gewesen sein als damals in Göteborg. Auf der Crater Stage, der zweiten großen Bühne, durften nach dem Foo-Fighters-Auftritt am frühen Montagmorgen noch die Gorillaz ran. Das dürfte auch dafür gesorgt haben, dass sich der Abreiseverkehr vom Festival gut auf die Nacht und den Montagmorgen verteilt hat. Größere Staus habe es nicht gegeben, teilte die Polizei am Montag mit. Insgesamt 70 000 Musikfans hatten an den drei Festivaltagen in der Eifel gefeiert.

Und da nach dem Ring auch vor dem Ring ist: Ab dem heutigen Dienstag, 12 Uhr, gibt es bereits Tickets für die Auflage im nächsten Jahr (7. bis 9. Juni 2019). Bestätigt wurde bereits der exklusive Festival-Auftritt der „Ärzte“. Weitere Infos unter rock-am-ring.com.